Monatsarchive: August 2009

Dass Katzen Musik lieben, haben mir meine A-Ladies deutlich gezeigt. Wenn ich am Computer sitze, lasse ich meistens leise Entspannungsmusik laufen. Langsam füllt sich dann bei mir das Büro, die A-Ladies suchen sich ihr Plätzchen und lassen sich von den leisen Tönen berieseln – die Augen geschlossen und die Vorderpfoten schön unter den Körper eingerollt. Ihre Lieblingsmusik ist „Angel Kisses“ von Ralf Bach.

Gestern habe ich von einer Katze mit einem wirklich aussergewöhnlichen Hobby gehört. WWW sei dank habe ich die Katze Nora gefunden. Schaut doch mal, was dieses Wesen da tut.

 

KatzeKlavier

MR

Der Jagdinstinkt ist wohl bei allen Katzen in irgendeiner Form enthalten. Nicht alle gehen aber gleich mit ihrer Beute um. So habe ich zwei echte Raubkatzen, die ihre Beute anschliessend auch genussvoll essen. Meine kleinste Katze begnügt sich damit, ihren Geschwistern die Beute abzuluchsen, um diese uns dann ganz stolz präsentieren zu können. Die vierte im Bunde ist eine passionierte Jägerin. Aline. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, uns mit ihrer Beute zu versorgen, schliesslich sollen wir ja auch etwas zu essen haben.

In Kommunikationen habe ich Aline schon erklärt, dass wir ihre Beute nicht so mögen und wir uns lieber von anderen Sachen ernähren. Die Botschaft ist angekommen, aber die Jagd hat dadurch nicht aufgehört. Aline bringt uns jetzt die Tiere alle lebendig nach Hause, so nach dem Motto, „ich hätte da was gefangen, wenn ihr wollt könnt ihrs haben, sonst lasst ihr es eben wieder frei“.

Mittlerweile bin ich ein echter Profi im Mäuseeinfangen. Zuerst wird der Maus erklärt, was ich tun werde. Anschliessend hole ich mein marineblaues Schäufelchen mit dazugehörendem Besen, um die Maus damit einzufangen und wieder in die Freiheit zu lassen. Routine eben. Bis auf letzthin, da war alles anders.

Als ich mit meinen Einkäufen nach Hause kam, begrüsste mich unser Hund Wakass nur ganz kurz und verschwand wieder im Wohnzimmer. „Komisch“ dachte ich. „Was ist hier denn los, keine Begrüssung mehr?“ Wakass hat nämlich sonst ein überaus stürmisches Begrüssungsritual. Also begab ich mich ins Wohnzimmer, um zu schauen, was heute anders ist. Das Bild, welches sich mir bot, war zum Weinen schön. Wakass kauerte über einer Maus. Er beschnuffelt sie ganz sanft, zwischendurch leckte er sie sogar und beschützte sie vor den räuberischen Augen Aline’s. Aline passte es ganz und gar nicht, dass Wakass die Maus in seine Obhut genommen hat, es war ja schliesslich eine Für-Menschen-Maus. Sie versuchte immer wieder, an die Maus zu gelangen, aber Wakass beschützte sie. Ich war so gerührt von dieser Szene, Wakass hat genau verstanden, um was es uns geht.

Die Maus konnte ich wohlbehalten wieder dem freien Feld übergeben.

Dieses Erlebnis ist jetzt einige Wochen alt. Seither hat uns Aline keine Geschenke mehr beschert. Sie mag wohl ihre Beute nicht so gerne mit Wakass teilen.

 

Jeder der ein Wesen sinnlos tötet,
hat für sich selber die Entscheidung getroffen,
ein Mörder zu sein.
Zitat von Farah

Mit diesem Zitat von Farah beginne ich eine traurige Geschichte, geschehen am 20. August 2009. Sie soll aber gleichzeitig als Denkmal diesem Wesen gewidmet sein, dem Wolf.

Ich habe einmal mehr die Nachricht erhalten, dass in der Schweiz ein Wolf erschossen wurde. Es versetzt mir jedes Mal einen Stich ins Herz, wenn ich wieder so eine Nachricht höre. Welch sinnlose Tat an einem so wunderbaren Wesen. Erst kürzlich durfte ich eine Sendung aus Deutschland am Fernsehen mitverfolgen, worin aufgezeigt wurde, welch ungemein wichtige Aufgabe der Wolf für den Wald und die Entwicklung des natürlichen Gleichgewichtes wahrnimmt. Die deutsche Forstwirtschaft unterstützt die Verbreitung der Wolfspopulationen sehr. (die Jäger nicht)

In der Schweiz ist der Wolf nach Bundesgesetz geschützt. Die Kantone können dieses Gesetz übersteuern, wenn ein Wolf aus der Sicht des Menschen einen grossen Schaden anrichtet, d.h. wenn er z.B. mehr als 30 Schafe reisst. Warum reisst ein Wolf so viele Schafe? Die Antwort ist sehr einfach. Von den Schafen, die der Wolf reisst, wird vorerst einmal der Mageninhalt gegessen. Dann lässt er seine Beute liegen, um später wieder davon zu zehren. Das Problem ist, dass der Mensch immer gleich alles fein säuberlich wegräumen muss. So muss der Wolf wieder neue Beute machen, anstatt von der alten essen zu können.

Es ist erwiesen, dass die Beute vom Wolf wenn möglich vollständig gegessen wird, grössere Huftiere, werden sogar über mehrere Tage lang genutzt und bis auf die Knochen, das Fell und Teile des Darmtraktes verwertet.

Die Angst der Menschen vor Wölfen ist völlig unbegründet. Im 20. Jahrhundert ist in ganz Nordamerika und Europa nur ein einziger Fall von einem tödlichen Angriff eines Wolfs auf einen Menschen bekannt geworden. Wie es zu dieser Situation kam, ist nicht bekannt.

Die Geschichte vom Wolf in der Schweiz zeigt mir einmal mehr, wie bequem der Mensch rasch Profit schlagen will. Möchte ein Schafbesitzer seine Schafe wirklich schützen, könnte er dies tun, sei es mit Herdenschutzhunden oder gar mit der Einrichtung eines gedeckten Stalls. Die Billigvariante, einfach gar nichts zu tun und die Schafe frei irgendwo grasen zu lassen, schmeckt wohl manchem Schafbesitzer besser (die Schafe sind ja versichert). Mit dieser Haltung wird den Jägern genau in die Hände gespielt. Diese haben ebenfalls kein Interesse am Wolf, weil durch ihn ihre Abschussquoten in Gefahr sind.

Wer sich gerne etwas über den Wolf informieren möchte, hier sind zwei interessante Links.

www.nabu.de/tiereundpflanzen/saeugetiere/raubtiere/wolf/index.html

www.wild.uzh.ch/wolf/d/

Haben Sie gewusst, dass Katzen mit weissen Ohren einen Sonnenbrand kriegen? Ich auch nicht, bis Aline bei uns einzog. Im ersten Frühjahr traute ich meinen Augen kaum. Die Ohren waren dermassen verbrannt, dass sich sogar die Haut ablöste und sich eine Kruste bildete.

Mein Tierarzt empfahl mir damals, die Ohren der Katze mit Sonnencreme Schutzfaktor „so hoch wie möglich“ einzucremen.

Aline mag aber die „Schmiererei“, wie sie es nennt, überhaupt nicht. Ich muss mir immer wieder eine neue Taktik einfallen lassen, damit sie nicht merkt, dass ich mit Sonnencreme in der Hand etwas an ihren Ohren machen will.

Als letztes Jahr Wakass bei uns eingezogen ist, hat Aline die Lösung für sich gefunden. Hund und Katz sind nämlich überhaupt nicht wie Hund und Katz. Nein. Wenn es sein muss, können sie sich schön zusammentun und sich regelrecht gegen uns Menschen verschwören. Vor allem wenn es um Ohreneincremen geht. Sobald die lästige Schmiererei auf Aline’s Ohren ist, läuft sie schnurstracks zu Wakass. Die Katzenwäsche sieht dann so aus.

So, jetzt sind die Ohren wieder sauber!