Als Wakass bei uns in die Familie einzog hatte er keinen leichten Start. Seine Kniescheibe schnappte immer aus der Kniepfanne und er hatte eine Ohrenentzündung. Alles war neu, die Umgebung, das Haus, die Katzenschwestern.
Sorgsam gingen wir mit ihm auf kleine Spaziergänge und zeigten ihm die Welt. Einerseits war er sehr neugierig, andererseits hinderten ihn seine kleinen Behinderungen, eine entspannte Neugier an den Tag zu legen. Am schlimmsten waren immer die Begegnungen mit seinen Artgenossen. Die bereiteten Wakass am meisten Mühe. Langsam wuchs in mir eine kleine Verzweiflung. Es konnte doch nicht sein, dass Wakass keine Freude an Hunden hatte. Also luden wir unsere Patenhündin Tjara ein und mit Hilfe unserer Hundetrainerin wollten wir die beiden zusammenführen.
Dafür gingen wir auf die nahe gelegene Wiese, welche für beide gut überschaubar war. Tjara war begeistert von Wakass. Sie hat wirklich alles getan, um Wakass zu sich zu locken. Sie legte sich sogar ganz flach auf den Boden und machte sich regungslos so klein wie möglich, zeigte ihm, dass er Vertrauen haben darf. Aber Wakass hat Tjara nur aus der Ferne beobachtet. Langsam gingen wir wieder nach Hause, in grossem Abstand. Zuhause angelangt, hat sich Wakass sofort in seine „Höhle“ hinter dem Sofa zurückgezogen und ist gleich eingeschlafen. Tjara haben wir mit ins Haus genommen. Sie legte sich gleich hin, war aber immer noch in freudiger Anspannung auf den kleinen Wakass, blieb aber auf Abstand. Nach etwa einer Stunde wachte Wakass auf und tapste sich langsam an Tjara heran. Sie blieb reglos liegen und liess sich von Wakass von oben bis unten abschnüffeln. Und plötzlich war das Eis gebrochen. Wakass legte sich auf den Rücken und liess sich von Tjara abschnüffeln. Er nahm zwar gerne den schützenden Tisch zur Hilfe, unter welchen er sich zurückziehen konnte, wenn ihm die Nähe von Tjara zu viel wurde.
Wakass wurde mutiger, beide gingen nach draussen auf die Terrasse. Auch dort hat sich Wakass noch unter den Tisch verzogen. Tjara brachte ihm aber ihr Lieblingsspielzeug und getrocknetes Kaufleisch, da war das Eis gebrochen. Am Schluss lagen sie beiden in meinem Staudenbeet, völlig entspannt und genossen den Augenblick.
Tjara war so sanft zu Wakass, mir kam es vor, als wäre Wakass Tjara’s Baby.










