Mein Ziel war immer, in meinem Garten möglichst vielen Lebewesen Raum zu geben. Dies kann nur gelingen, wenn keine Gifte verwendet werden. Meine Pflanzen erhalten also nichts. Sie können einfach sein. Wenn Blattläuse an den Blättern sind suche ich mir Marienkäfer. Die Schnecken sammle ich in einem Eimer zusammen und trage sie in den Wald. Spinnen dürfen bleiben wo sie sind. Kein Gemüse und kein Obst wird gespritzt. Die Ernte hat bis jetzt immer für uns auch gereicht.

Und langsam baut sich der natürliche Kreislauf auf. Wir haben vor 7 Jahren gebaut und das ökologische Gleichgewicht ist immer noch nicht hergestellt. Maler und Gipser schütteten ihre Gifte in den Boden. Es wurden giftige Materialen verbrannt und der Bagger hat den Boden so verhärtet, dass es seine Zeit braucht, bis alle Bodelebewesen wieder da sind.

Mein absoluter Liebling im Garten ist der Schwalbenschwanz Schmetterling. Von Anfang an habe ich ihm immer Fenchel in den Garten gesetzt, damit er seine Eier darin ablegen konnte. Dieses Jahr war er besonders fruchtbar. Ich hatte immer Raupen an meinem Fenchel, so dass ich diesen gar nicht ernten wollte. Mittlerweile hat mein Fenchel sogar geblüht und Samen gebildet. Der Garten ist jetzt wieder leer, aber zwei Fenchelpflanzen habe ich stehen lassen.

Warum ich das getan habe? In der einen Pflanze habe ich einen Cocon des Schwalbenschwanzes, in der anderen Pflanze einen Cocon einer Spinne – wahrscheinlich einer Kreuzspinne – entdeckt. Ich lasse der Natur ihren Lauf. Wenn der Fenchel den Winter durchhält, werden die Tiere schlüpfen können. Vielleicht schenken sie mir im Frühjahr den Moment, wo ich sie dabei fotografieren kann.

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