Monatsarchive: Dezember 2009

Ich liebe die Weihnachtsfeiertage sehr. Ich bin wirklich nur noch selten vor dem Fernseher anzutreffen und wenn, dann sind es Sendungen über die Natur oder die Tiere, welche mich noch fesseln können.
Über die Feiertage ist es aber immer ganz anders. Da kommen meine Klassiker. Michel von Lönneberga, drei Nüsse für Aschenbrödel und wie die Weihnachts-Märchen alle heissen. Auch wenn ich sie schon zigmal gesehen habe, ich schaue sie mir immer wieder mit Freuden an. Und zufälligerweise hat mich das Einschalten des Fernsehers in eine Sendung geführt.

Da wurde von einer Franziskanernonne berichtet, Schwester Theresia, welche sich im Felsentor auf dem Rigi den „Nutztieren“ angenommen hat. Es sind alles Tiere, welche beim Schlachter freigekauft worden sind. Schweine, Kühe, ein Stier, Schafe…..
Diese Frau pflegt die Tiere mit grösster Liebe und Hingabe. Ihr Herz schlägt besonders für die Schweine. Es waren unglaubliche Bilder, welche ich in dieser Sendung zu sehen bekam. Das Team vom Fernseher bemerkte auch, wie der Schweinestall überhaupt nicht nach Schweinestall roch, weil den Tieren die Möglichkeit gegeben wird, sich ausserhalb des Stalls bei ihren eigenen „Toiletten“ zu versäubern. Schweine seien äusserst reine Tiere mit einer sehr empfindlichen Nase, berichtete Schwester Theresia. Wenn sie eine Wahl hätten, würden sie niemals ihr Nest beschmutzen. Deshalb sei die industrielle Haltung der Tiere zusätzlich qualvoll für sie. Sie sagte auch, dass die Menschen oft mehr über das Leben von wildlebenden Tieren wissen als über dasjenige des Hausschweins oder der „Nutztiere“ generell.
Schwester Theresia bietet im Felsentor Tierschutzkurse für Schulklassen und andere Interessierte an.

Mich hat diese Sendung sehr beeindruckt, so sehr sogar, dass ich einfach darüber schreiben muss. Nicht zuletzt deshalb, weil es noch keine zwei Wochen her ist, dass mir ein lieber Mensch schrieb, wie schrecklich das Wort „Nutztiere“ doch sei. „Wann werden diese Tiere mit den wundervollen sanften Augen, dem tiefen schnauben und der beruhigenden Wirkung, wenn man ihnen in die Augen sieht, irgendwann den Respekt bekommen, den sie verdienen“?
Diese Frage bleibt (leider) offen. Aber gerne helfe ich mit diesem Artikel bei, diese Tiere den Menschen wieder ins Bewusstsein zu rufen.

Warum nennen wir diese Tiere „Nutztiere“? Weil sie so, wie sie momentan vom Menschen noch behandelt werden, benutzt werden. Sollten wir uns nicht vermehrt fragen, welche Bedeutung hinter den Wörtern steht? Holen wir uns doch einfach einmal ins Bewusstsein, was für einen Weg ein Stück Fleisch auf dem Teller gegangen ist. Braucht der Mensch überhaupt täglich ein Stück Fleisch? Wäre ein massvoller Umgang mit diesem Nahrungsmittel für den Menschen nicht gesünder? Weniger Fleisch essen würde für die Tiere bessere Lebensqualität bedeuten, weil es so keine Massenproduktionen mehr geben müsste. Wenn wir weniger Fleisch essen, können wir auch mehr dafür bezahlen. Je billiger das Fleisch ist, desto leidensvoller der Weg des Tieres war.

Tierseelen schauen in Menschenseelen.

Sind sie nicht schön, unsere Farmtiere? Auch sie besitzen eine Seele, genauso wie die Haustiere auch.

Es gibt auch Bauern mit Herz, man muss sich nur umschauen. www.garohof.ch

Eine Weihnachtsgeschichte

Charlie hatte es sich in der Stube gemütlich gemacht. Draussen schneite es in dicken Flocken. Dieses Wetter behagte ihm überhaupt nicht. Die Haustüre öffnete sich und ein kühler Windzug strich durch das Haus.

„Was macht den meine Mami da für komische Geräusche?“ dachte er und lugte aus seiner Kuschelecke hervor. „Oh, ist das aber toll, jetzt bringt sie mir doch tatsächlich einen Baum nach Hause“. Übermütig sprang er aus seiner Kuschelecke und strich der Frau schnurrend um die Beine. „Nein Charlie, lass das bitte, ich kann dich jetzt nicht knuddeln“, kam die Antwort auf seine erwartungsvolle Begrüssung.

Die Frau stellte den Weihnachtsbaum in die Stube und holte einen grossen Karton aus dem Keller. Als sie den Deckel hob, weiteten sich die Augen von Charlie. „Wow, ist das toll. So viele Glitzersachen zum Spielen. Ich hab doch einfach die tollste Mami der Welt.“ Und sprang mit einem Satz in die Kiste. Die Silbergirlanden haben es ihm sofort angetan. Er fing ein wildes Spiel an, bis er von den Girlanden regelrecht eingewickelt war.

„Nein Charlie, so geht das nicht! Das sind schöne Dekorationen für den Weihnachtsbaum, damit darfst du nicht spielen!“ Kurzerhand hob die Frau Charlie auf die Arme und stellte ihn vor das Wohnzimmer. Rums. Türe zu. „Was für eine Spielverderberin, immer wenn’s grad lustig wird“ maulte er und zottete davon.

In der Zwischenzeit dekorierte die Frau den Baum. Leise summte sie Weihnachtslieder vor sich hin. Charlie hörte das und setzte sich wieder hinter die verschlossene Türe. Die Zeit verstrich, also legte er sich hin, so nach dem Motto: „ich kann schon warten“. Endlich öffnete sich die Türe. Was Charlie erblickte, liess sein Herz höher schlagen. „Ohhhhh, ein Spielebaum, ach wie toll“ und in einem Satz war er da und kletterte den Baum hoch. Die Weihnachtskugeln schwangen wild hin und her. Das animierte ihn natürlich noch mehr, nach diesen schönen Bällen zu pföteln.

Plötzlich gab’s einen Riesenkrach und die ganze Bescherung lag am Boden. Wie ein roter Pfeil verschwand Charlie aus dem Zimmer und versteckte sich unter einem Möbelstück. „Ups, das war aber knapp….“

Traurig schaute die Frau auf den am Boden liegenden Weihnachtsbaum. „Das wird wohl nichts mehr mit Tannenbaum“, dachte sie. Und plötzlich musste sie herzhaft lachen, als sie sich die Bilder noch einmal in Erinnerung rief. „Eigentlich macht das ja überhaupt nichts“ dachte sie dann „die Tannenbäume gehören ja in den Wald.

Also überlegt euch gut, wie Ihr euer Haus weihnachtlich schmückt, wenn Katzen im Hause sind 🙂 🙂 🙂

…meiner Tierfamilie

Ich stecke ja schon wieder mitten in den Vorbereitungen für die bevorstehenden 4 Tage in Maienfeld. Ich bin schon froh, dass nicht jeder Block alle zwei Wochen stattfindet. Eben erst hatte ich alle meine Notizen aufgearbeitet.

Also wollte ich heute ausschlafen, waschen und die Wohnung gründlich putzen. Dazwischen wären noch die Spaziergänge mit Wakass gewesen.

Bis 7h habe ich ausgeschlafen. Als ich mir mein Frühstück zubereiten wollte, fiel mir sofort auf, das Aisha und Aline vor der Büchervitrine hockten. Was das jeweils heisst, war mir sofort klar. Katzen raus, Hund raus und ich holte meine mausbekannte blaue Schaufel mit Besen. Mit Fraukraft (Morgengymnastik) schob ich die Vitrine zur Seite und schon rannte die Maus flink davon hinter den Zeitungsständer. Zweiter Versuch. Nein, die bl….Maus wollte partout nicht auf meine Schaufel kommen. Was machte sie stattdessen? Sie fand ein kleines Loch in der Futtertheke der Katzen. Jetzt hatte ich wirklich ein kleineres Problem. Diese Theke ist nicht verschiebbar. Sie wurde durch den Schreiner fest montiert. Also schnappte ich mir meine Jacke und fuhr in die Landi, um Speck und Mäusefalle einzukaufen. (eine, in der die Maus lebendig bleibt ;-)).

Zuhause musste ich erst einmal die Futtertheke leeren, sonst könnte sich die Maus ja anstelle des Specks hinter andere Leckereien hermachen.

Oh Gott, ich wusste gar nicht, dass ich so viel Katzenfutter vorrätig habe. Dann waren da noch all die Leckerchen für Wakass. Wohin mit dem Zeugs? Die Wakass-Leckerlis landeten auf der Kombination, der grosse Trockenfuttersack der Katzen in der Toilette des Erdgeschosses. Sorgsam schloss ich die Türe. Die Mäusefalle habe ich im Schrank der Theke platziert, dort befindet sich nämlich ein Lüftungsloch, wo Mäuschen hochklettern könnte.

Kurzes Frühstück und dann ging’s endlich auf den Spaziergang mit Wakass. Als ich nach Hause kam, traute ich meinen Augen kaum. Alle Gudelis von Wakass lagen wild verstreut über die ganze Kombination verteilt. Katzenparty, die haben mich aber genossen! Als könnten sie kein Wässerchen trüben, sassen Aline und Aisha da und schauten mir interessiert zu, wie ich die Bescherung wieder wegräumte.

Kaum war ich damit fertig, rief mich meine Freundin an. Ihrer Katze ginge es sehr schlecht sie liege nur noch teilnahmslos da und sie bat mich deshalb, um eine Kommunikation. Liebe Aisha, ich danke dir von ganzem Herzen für deine Botschaft. Ich war nämlich so in Fahrt, ich glaube ich wäre in diesem Moment absolut nicht in der Lage gewesen, zu kommunizieren. Aisha zeigte mir aber ein Bild ihres Bisses in den Hinterteil. Ich erklärte meiner Freundin, dass ich keine Kommunikation führen werde, dafür gleich mit meiner Homöopathie-Apotheke vorbeikomme.

Oh weh, die arme Katze war aber an einen argen Artgenossen geraten. Gerade zweimal hat er zugebisssen und zwar richtig fies in den Hinterteil. So gut es ging, haben wir der Katze die Haare geschnitten, die vier Wunden ausgewaschen und haben sie notfallmässig versorgt. Aber wir mussten natürlich trotzdem noch zur Tierheilpraktikerin fahren. Bis dahin wollte ich aber wieder nach Hause gehen, ich hatte ja noch so ein paar Sachen im Programm.

Zuhause öffnete ich die Haustüre. Wakass sass bereits da. Keine Begrüssung. Keine Begrüssung? Nein, aber ein Blick, als könne er kein Wässerchen trüben. Hatte ich das nicht schon einmal erlebt heute? Oh neiiiiin…die Toilettentüre des Erdgeschosses stand offen. Ich hatte ja meine Homöopathie-Apotheke dort rausgeholt. Der Katzenfuttersack hatte ein grosses Loch. Genau 300 g fehlten daraus, ich hab’s extra nachgewogen. Was soll ich dazu sagen? Hundeparty. Meine Tierfamilie hat mich heute wirklich gefeiert.

Die Maus ist wieder draussen, die Katze meiner Freundin auf dem Weg der Genesung und ich bin fix und fertig.

Übrigens, heute ist Dienstag, der 8. Dezember. Für alle Freitag, der 13. Abergläubischen, es kann durchaus auch ein anderer Tag sein :-).

Beim Scheiben dieser Zeilen bin ich bereits wieder am lächeln. Ich liebe meine Tierfamilie einfach über alles.

Aus dem Tagebuch von Michèle

Als ich nach dem Wochenende wieder meine Arbeit aufgenommen habe, überraschte mich mein Chef total. Er hat mich angefragt, ob ich in der Schülerzeitung nicht etwas über Hunde schreiben möchte. Die Idee fand ich natürlich super und ich habe mir gleich Gedanken gemacht, was ich den Schülerinnen und Schülern in Bezug auf die Hunde in einem kurzen Artikel auf den Weg geben kann. Mein Artikel wird dieser sein.

Liebe Schülerinnen und Schüler

Von meiner Arbeit hier an der OSW gibt es aus eurer Sicht betrachtet nicht so Interessantes zu berichten. Aber ich arbeite ja nur 3 Tage hier. Die beiden anderen Tage gehören hauptsächlich den Hunden. Ich befinde mich mitten in einer Ausbildung zur Hundetrainerin. Und deshalb erzähle ich euch etwas, was euch bei Hundebegegnungen helfen kann.

Hunde haben in unserer Gesellschaft einen sehr, sehr schweren Stand. Sie sollen alle Menschen mögen, Kinder lieben und sich mit jedem Hund verstehen.
Zudem sollen sie beim Versäubern keine Spuren hinterlassen und möglichst nicht bellen.
Hunde müssen die Körpersprache des Menschen verstehen, der Mensch ihre aber nicht. Verhält sich ein Mensch aus der Sicht des Hundes gefährlich oder falsch und es erfolgt eine entsprechende Reaktion, wird beim Hund korrigiert. Hundebesitzer hinterfragen oft das Verhalten ihrer Hunde nicht, Nichthundebesitzer meistens gar nicht.

Ein Hund wird nie böse geboren, er wird höchstens vom Menschen so gemacht, manchmal durch Unwissenheit oder falsches Verhalten. Hunde sprechen mit ihrem Körper, das nennt man Beschwichtigungssignale. Wenn man diese kennt, kann man erkennen, wann dem Hund eine Situation sehr unangenehm ist.

Was Hunde meistens überhaupt nicht mögen, ist, wenn wir Menschen ihnen die Hand zum Schnüffeln vor die Nase halten und ihnen dann noch über den Kopf streicheln. Hier kann man meistens viele Beschwichtigungssignale beobachten. Jetzt seid ihr wahrscheinlich total erstaunt, weil gerade das machen die Menschen ja immer, wenn sie einem Hund begegnen, welchen sie nicht kennen. Und genau in diesen Situationen passieren die meisten Beissunfälle. Kleine Kinder sind da noch mehr betroffen als Erwachsene, weil sie in den Bewegungen oft fahrig und hektisch sind.

Ich zeige euch jetzt einmal die Situation umgekehrt auf. Wie wäre das für euch, wenn ein wildfremder Mensch euch niedlich findet, auf euch zu rennt und euch dann zur Begrüssung über den Kopf streicheln würde? Wäre das für euch angenehm? Hunden widerfährt das tagtäglich mehrmals und sie müssen es einfach über sich ergehen lassen.

Es ist eigentlich ganz einfach. Falls ihr einen Hund gerne streicheln möchtet, bleibt ihr ganz ruhig stehen. So gebt ihr dem Hund die Möglichkeit, selber zu euch zu kommen und mit euch in Kontakt zu treten. Er hat dann die Wahl und kann auch ausweichen, wenn ihm die Situation unangenehm ist.

Eine Menschenregel für die Hunde: Berühre nie einen Hund, welchen du nicht sehr gut kennst.

Und vergesst bitte nicht. Auch Hunde haben eine Seele, genau wie wir Menschen auch.

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