Als ich nach dem Wochenende wieder meine Arbeit aufgenommen habe, überraschte mich mein Chef total. Er hat mich angefragt, ob ich in der Schülerzeitung nicht etwas über Hunde schreiben möchte. Die Idee fand ich natürlich super und ich habe mir gleich Gedanken gemacht, was ich den Schülerinnen und Schülern in Bezug auf die Hunde in einem kurzen Artikel auf den Weg geben kann. Mein Artikel wird dieser sein.

Liebe Schülerinnen und Schüler

Von meiner Arbeit hier an der OSW gibt es aus eurer Sicht betrachtet nicht so Interessantes zu berichten. Aber ich arbeite ja nur 3 Tage hier. Die beiden anderen Tage gehören hauptsächlich den Hunden. Ich befinde mich mitten in einer Ausbildung zur Hundetrainerin. Und deshalb erzähle ich euch etwas, was euch bei Hundebegegnungen helfen kann.

Hunde haben in unserer Gesellschaft einen sehr, sehr schweren Stand. Sie sollen alle Menschen mögen, Kinder lieben und sich mit jedem Hund verstehen.
Zudem sollen sie beim Versäubern keine Spuren hinterlassen und möglichst nicht bellen.
Hunde müssen die Körpersprache des Menschen verstehen, der Mensch ihre aber nicht. Verhält sich ein Mensch aus der Sicht des Hundes gefährlich oder falsch und es erfolgt eine entsprechende Reaktion, wird beim Hund korrigiert. Hundebesitzer hinterfragen oft das Verhalten ihrer Hunde nicht, Nichthundebesitzer meistens gar nicht.

Ein Hund wird nie böse geboren, er wird höchstens vom Menschen so gemacht, manchmal durch Unwissenheit oder falsches Verhalten. Hunde sprechen mit ihrem Körper, das nennt man Beschwichtigungssignale. Wenn man diese kennt, kann man erkennen, wann dem Hund eine Situation sehr unangenehm ist.

Was Hunde meistens überhaupt nicht mögen, ist, wenn wir Menschen ihnen die Hand zum Schnüffeln vor die Nase halten und ihnen dann noch über den Kopf streicheln. Hier kann man meistens viele Beschwichtigungssignale beobachten. Jetzt seid ihr wahrscheinlich total erstaunt, weil gerade das machen die Menschen ja immer, wenn sie einem Hund begegnen, welchen sie nicht kennen. Und genau in diesen Situationen passieren die meisten Beissunfälle. Kleine Kinder sind da noch mehr betroffen als Erwachsene, weil sie in den Bewegungen oft fahrig und hektisch sind.

Ich zeige euch jetzt einmal die Situation umgekehrt auf. Wie wäre das für euch, wenn ein wildfremder Mensch euch niedlich findet, auf euch zu rennt und euch dann zur Begrüssung über den Kopf streicheln würde? Wäre das für euch angenehm? Hunden widerfährt das tagtäglich mehrmals und sie müssen es einfach über sich ergehen lassen.

Es ist eigentlich ganz einfach. Falls ihr einen Hund gerne streicheln möchtet, bleibt ihr ganz ruhig stehen. So gebt ihr dem Hund die Möglichkeit, selber zu euch zu kommen und mit euch in Kontakt zu treten. Er hat dann die Wahl und kann auch ausweichen, wenn ihm die Situation unangenehm ist.

Eine Menschenregel für die Hunde: Berühre nie einen Hund, welchen du nicht sehr gut kennst.

Und vergesst bitte nicht. Auch Hunde haben eine Seele, genau wie wir Menschen auch.

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