Monatsarchive: Januar 2010

Ich war gerade damit beschäftigt, Wakass-Spuren auf dem Boden zu entfernen, da fiel mein Blick auf die Wiese, welche vor unserem Haus liegt. Ich entdeckte Aline und bei ihr zwei Krähen. „Was machen die den da?“ fragte ich mich. „Fangen die an zu spielen?“ Aline sprang umher und die Krähen hüpften ihr hinterher. Dann kehrte sich das ganze Spiel und Aline ging wieder auf die Krähen zu.

Ich musste wirklich lächeln über dieses Bild. Es hat mir sehr gut gefallen, wie die Drei sich offenbar zu amüsieren schienen. Und doch kam mir die Situation komisch vor, weil Krähen und Katzen amüsieren sich für gewöhnlich nicht zusammen, jedenfalls nicht frei lebende Krähen.

Aline kam immer näher auf das Haus zu und plötzlich konnte ich die Ursache dieses Treffens erkennen. Aline hatte eine Maus und die Krähen versuchten, ihr diese abzujagen.

Es war köstlich, den Dreien zuzuschauen. Aline warf die Maus in die Luft und es ergab sich ein Katz, Maus und Krähenspiel „wer ist schneller bei der Maus?“. Aline schaffte es immer wieder, die nun wirklich schlauen Krähen auszutricksen, fast 10 Minuten lang. Dann durften die Krähen die Maus haben.

Wenn Aline die Maus wirklich gewollt hätte, hätte sie sich nicht auf dieses Spiel mit den Krähen eingelassen. So schöne Bilder betrachten zu dürfen sind einfach ein Geschenk, ein Geschenk meiner Tierfamilie und der Tiere in freier Wildbahn. So etwas bekommt man wirklich nicht jeden Tag zu sehen. Aber unsere Katzen scheinen ein heimliches Stelldichein mit diesem Krähenpärchen zu geniessen. Ich habe auch schon Anja und Ambra mit dem Schwanz zur Begrüssung hoch erhoben auf die Krähen zulaufen sehen.

Ich weiss, die Qualität der Fotos lässt etwas zu wünschen übrig, aber so habt ihr doch wenigstens, wenn auch nur in Miniaturform, auch etwas von den Dreien.

Aisha ist unser Pausenclown – unser Goldschatz. Sie ist stets für die lachenden Gesichter unserer Besucher zuständig. Kaum fährt bei uns ein Auto vor das Haus oder es klingelt an der Türe, ist Aisha zur Stelle. Ein richtiger kleiner Hofhund auf Samtpfoten.

Keine offene Türe, sei dies ein Schrank, die Garage der Nachbarn oder gar offene Autoscheiben entgehen ihr. Sofort erobert sie sich diesen Raum und macht es sich gemütlich.

Aber zu den Favoriten gehören eindeutig die Taschen. Papiertüten, Handtaschen oder Einkaufstaschen sind ihre Lieblingsverstecke und man muss immer gut hinschauen, ob sich nicht Aisha darin versteckt hält.

Mit leichtem Hüftschwung, wie es sich für eine echte Dame gehört, schlendert sie durch die Häuser, um ja nichts zu verpassen. Selten sieht man sie auf den Feldern oder beim Wald, mit Ausnahme, wenn ich mich mit Wakass auf den Spaziergang begebe. Man will ja nichts verpassen, oder?

Sie ist wirklich eine kleine raffinierte Dame und hat viele Tricks auf Lager. Aber eines ist sie nicht. Sie ist keine Jägerin. Ihr Spezialgebiet ist es eher, den anderen die Beute abzuluchsen.

Im Winter 2005 ging die Geschichte mit der Vogelgrippe los. Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern. Es war ein sehr regnerischer Winter und auf den Feldern haben sich ganz viele kleine Seen gebildet. Ich bewundere die Natur immer und immer wieder. Kaum waren diese kleinen Tümpel da, tummelten sich bereits Wasservögel auf ihnen, Enten und Blässhühner. Und das ausgerechnet in der Zeit der Vogelgrippe. Ich musste innerlich lachen (laut durfte ich ja nicht – die Menschen hätten das nicht verstanden). Die Menschen rundherum mussten ihre Hühner einsperren und Volieren abdecken, während die Enten und Blässhühner es sich auf den Feldern gemütlich machten.

Eines Abends ging die Katzenklappe immer auf und zu. Durch das Fenster konnte ich in der Finsternis die schwarz-weisse Zeichnung von Aisha erkennen. „Was tut sie den bloss?“ fragte ich mich. Plötzlich ging die Katzenklappe wieder auf. Ich traute meinen Augen kaum und fragte mich wirklich, ob Aisha jetzt nicht mehr ganz bei Trost sei. Sie kam nämlich Rückwärts durch die Katzenklappe. Mühselig drückte sie ihren Hinterteil durch, endlich war der Kopf in der Stube…, aber da fehlte noch etwas. Sie zog, rupfte und krampfte. Rumps. Endlich war das nasse Ding, welches sie in ihrer Schnauze hielt, in der Wohnung. Oh, nein, Aisha hat eine Amsel gefangen. Laut sagte ich: „Aisha, hast du etwas gefangen? Das hast du aber fein gemacht.“ Ja schliesslich war es ihre erste (und letzte) Beute und da musste ich sie doch ein bisschen loben. Ich wollte gerade aufstehen, um die Amsel zu entsorgen, da kam mir alles doch etwas komisch vor. Eine Amsel hat doch nicht so riesige Füsse. Ich guckte also näher hin. Also Aisha jagt definitiv nach dem Motto „na wenn schon dann schon richtig“ und hat uns gleich ein Blässhuhn nach Hause gebracht.

Dieses Jahr haben wir wieder ganz viele kleine Seen auf den Feldern, weil die Weihnachtstage uns Dauerregen bescherten. Ich habe aber dieses Mal Aisha gebeten, die Blässhühner und Enten doch bitte in Ruhe zu lassen.

Wenn ich mit Wakass am Morgen unsere „Hausrunde“ laufe, sind wir seit ca. 2 Monaten fast nie alleine. Wir haben einen neuen Begleiter gefunden, einen Rotmilan. Es ist für mich ein kleines Wunder. Ich habe im Winter noch nie einen Rotmilan beobachten können.

Dieser Raubvogel fasziniert mich schon lange, seine Schönheit, sein Pfiff, sein Gleiten in der Luft, ich kann mich total vergessen, wenn sich mir dieses edle Tier zeigt. Wir sind in der glücklichen Lage, hier in unserer Region diesen Raubvogel in den warmen Monaten immer bewundern zu dürfen. Offenbar gefällt ihm diese Gegend und er kann seine Nahrungsbedürfnisse hier erfüllen.

Wenn ich auf meinem Spaziergang mit Wakass die Strasse überquere und in Wald einbiege, höre ich bereits das Rufen des Milans. Ein feiner leiser Pfiff. Das Spiel beginnt. Ich pfeife zurück und er antwortet mir wieder. Dann beginne ich zu suchen. Auch wenn ich seine Richtung hören kann, es ist nicht einfach, ihn in den Bäumen zu entdecken, obwohl diese im Moment kein Laub tragen. Also spielen wir zusammen unser kleines Versteckspiel. Er pfeift und ich suche weiter. So begleitet er mich durch den ganzen Wald. Meistens ist er der Sieger. Ich konnte ihn in den Bäumen noch nicht oft sehen.

Aber kaum biege ich auf den Spazierweg am Rande des Waldes ein, erhebt er sich aus seinem Versteck und segelt über meinen Kopf hinweg über das neben mir liegende Feld. Ohne einen Flügelschlag segelt er im Kreise und schaut herunter, einige Minuten lang, bis er seine Kurs ändert und weiterfliegt. Für mich bedeutet dieser Augenblick, dieser Anblick, pures Glück.

 

Alle Jahre wieder kommt er, der Jahresabschluss. Viele fröhliche Partys werden gefeiert und ganz gespannt wartet man auf den Jahreswechsel. Dieser wird immer mehr mit schönen Feuerwerken gefeiert. Menschen stehen draussen und bestaunen die farbenprächtigen wunderschönen Formen.

Hier in der Schweiz ist der Nationalfeiertag, der 1. August, immer ein Grossanlass für diese Feuerwerke. Seit einigen Jahren wird nun auch der Brauch des Silvester-Feuerwerkes aus dem Ausland übernommen und findet hier immer mehr gefallen. Gefallen für die Augen der Menschen.

Wie ist es bei den Tieren mit den Feuerwerken? Ich kann sehr gut verstehen, dass Menschen ohne Haustiere sich diesbezüglich noch nie Gedanken gemacht haben. Das Farbenspiel ist ja wirklich sehr verlockend. Wer aber Tiere besitzt, sieht, was diese Feuerwerke bei den Tieren auslösen (und bei diesen Menschen kann ich kein Verständnis aufbringen, wenn sie Feuerwerkskörper anzünden!). Es sind ja nicht nur die Haustiere, die unter den Knallern und Heulern zu leiden haben. Nein, gerade auf dem Land betrifft dies auch alle Farm- und Wildtiere. Und natürlich betrifft es auch die ganze Natur. Der rauchige Gestank ist noch am nächsten Tag zu riechen, man stelle sich das einmal weltweit vor.

Der Mensch hört ca. 20 – 20’000 Hz, der Hund ca. 15 – 50’000 Hz, die Katze ca. 60 – 65’000 Hz. Für Katzen und Hunde müssen diese Feuerwerkparties äusserst schmerzhaft, eine Tortour sein, weil ihre Gehöre so fein sind. Gewisse Hunde ertragen Knaller besser, weil bei ihnen eine Schussfestigkeit eingezüchtet wurde. Andere Hunde haben aber gerade das Gegenteil in ihren Genen, die Schussscheuheit.

Mit einer Kommunikation bereite ich unsere Tiere immer auf das, was passieren wird, vor. Sie wissen, dass wir zu Hause bleiben und für sie da sind. Leise feine und beruhigende Musik ist für sie im Hause eingeschaltet.

Unsere Katzen verkriechen sich trotz allen Vorbereitungen jeweils in den Keller. Wakass hat diese Feste und auch Gewitter bis jetzt immer gut verarbeiten können. Er ist zwar bei jedem Knall kurz aufgestanden, konnte sich aber gleich wieder fangen. Was wir aber bei Tjara gesehen haben, war wirklich schlimm. Sie war panisch. Sie wurde immer aufgeregter und hächelte völlig gestresst. Sie lief von einem Zimmer ins andere und wusste nicht, wo sie sich verziehen konnte. Die Feierlichkeiten waren längst vorbei, aber Tjara konnte sich lange nicht beruhigen. Ich weiss, dass man den Hunden in den Situationen ihrer Angst keine Beachtung schenken soll. Mit Trösten bestätigt man die Angst und macht sie noch grösser.

Aber wie soll man ein solches Verhalten nicht beachten? Mir hat es in der Seele wehgetan, wenn ich Tjara so gesehen habe. Etwa um 3.30 Uhr konnte sie sich endlich entspannen, zwischen mir und meinem Mann. Ach mir war das so etwas von egal. Sie brauchte in diesem Moment unseren Körperkontakt, hat ihn bei uns im Bett gesucht und ihn auch bekommen. Ihr Kopf lag auf meinem Bauch und endlich kam bei ihr der von mir lang ersehnte tiefe und Entspannung bringende Ausschnaufer.