Wenn ich mit Wakass am Morgen unsere „Hausrunde“ laufe, sind wir seit ca. 2 Monaten fast nie alleine. Wir haben einen neuen Begleiter gefunden, einen Rotmilan. Es ist für mich ein kleines Wunder. Ich habe im Winter noch nie einen Rotmilan beobachten können.

Dieser Raubvogel fasziniert mich schon lange, seine Schönheit, sein Pfiff, sein Gleiten in der Luft, ich kann mich total vergessen, wenn sich mir dieses edle Tier zeigt. Wir sind in der glücklichen Lage, hier in unserer Region diesen Raubvogel in den warmen Monaten immer bewundern zu dürfen. Offenbar gefällt ihm diese Gegend und er kann seine Nahrungsbedürfnisse hier erfüllen.

Wenn ich auf meinem Spaziergang mit Wakass die Strasse überquere und in Wald einbiege, höre ich bereits das Rufen des Milans. Ein feiner leiser Pfiff. Das Spiel beginnt. Ich pfeife zurück und er antwortet mir wieder. Dann beginne ich zu suchen. Auch wenn ich seine Richtung hören kann, es ist nicht einfach, ihn in den Bäumen zu entdecken, obwohl diese im Moment kein Laub tragen. Also spielen wir zusammen unser kleines Versteckspiel. Er pfeift und ich suche weiter. So begleitet er mich durch den ganzen Wald. Meistens ist er der Sieger. Ich konnte ihn in den Bäumen noch nicht oft sehen.

Aber kaum biege ich auf den Spazierweg am Rande des Waldes ein, erhebt er sich aus seinem Versteck und segelt über meinen Kopf hinweg über das neben mir liegende Feld. Ohne einen Flügelschlag segelt er im Kreise und schaut herunter, einige Minuten lang, bis er seine Kurs ändert und weiterfliegt. Für mich bedeutet dieser Augenblick, dieser Anblick, pures Glück.

 

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