(ein eingespieltes Team…)

Sonntagmorgen, sechs Uhr. Ich stehe wie gewohnt auf, um meine Tierfamilie zu füttern. Wakass nimmt seinen Knochen gerne, aber die A-Ladies? Irgendwie interessiert sie das Frühstück heute nicht.

Ich lege mich wieder ins Bett. Am Sonntagmorgen ist Kuschelzeit für alle. Ich liege also ruhig im Bett und höre dabei, wie sich unten in der Wohnung die Schiebetüre unserer Garderobe öffnet. „Maus“ ging es mir dabei durch den Kopf. Ich stand sofort wieder auf. Unten sass Aline beim Zeitungsständer im Wohnzimmer, Aisha war auf einem Schuhregal in der Garderobe und schaute interessiert nach unten. Sie hatte es also tatsächlich geschafft, diese Türe aufzuschieben. Wo aber war die Maus? Langsam hob ich den Schlauch des Staubsaugers hoch und sah nur noch, wie die Maus in einer Spalte zwischen den Schuhregalen und der Schiebetüre verschwand. Ich beginne ihr zu erklären, dass ich ihr aus ihrer misslichen Lage helfen möchte. Im Keller hole ich mir ein schmales Stück Holz. Wieder in der Garderobe versuche ich die Maus nach vorne auf meine legendäre blaue Schaufel zu schieben. Die Maus ist aber sehr flink, hüpft immer wieder davon und versucht die Wand hoch zu kraxeln. Mittlerweile sind Aline und Wakass auch in der Garderobe. Wakass fängt lauthals an, zu bellen. Ihm passt es überhaupt nicht, dass die beiden Katzen auf die Maus lauern. Also führe ich Wakass ins Wohnzimmer und schliesse die Kindergittertür.

Die Übung mit dem Holzstück beginnt wieder von vorne. Plötzlich huscht die Maus auf mich zu, Aline blitzschnell, packt die Maus. Ich entschuldige mich bereits bei dem Mäuschen, dass es wohl nicht einen lebenden Ausgang geben wird. Ich springe auf, will die Wohnungstüre öffnen, damit Aline mit der Maus nach draussen gehen kann. Nein, Madame will nicht, sie stolziert mit ihrer Beute vor Wakass durch (sie kann ja locker durch die Gitterstäbe des Kindergitters durch). Wakass ist sofort aus dem Häuschen und fängt an, wild hinter Aline herzujagen, so gut das eben auf einem rutschigen Plattenboden geht. Quer durchs Wohnzimmer über das Sofa, hinter das Sofa. Reaktionsschnell öffne ich Aline die Terrassentüre und kann sie noch gerade vor Wakass’s Nase wieder schliessen. Uffff geschafft. Wakass schaut mich an und sein Blick spricht Bände. Er ist wütend auf Aline. Im passt das gar nicht, dass Aline nun die Maus hat. Er dreht sich um, geht in die Garderobe und fängt an lauthals Aisha die Meinung zu sagen, was er über ihre Mäusejagd hält.

Mittlerweile bin ich etwas entnervt und trenne Wakass wieder mit dem Kindergitter ab. Ich habe mir meinen Kuschel-Sonntag-Morgen etwas anders vorgestellt! Mittlerweile ist es ja auch schon fast 7.30 Uhr. Wieso lasse ich mich entnerven? Ich lege mich noch einmal für eine Viertelstunde hin und lasse mir die Mausszenen als Betrachter noch einmal als Film vorspielen. Dabei musste ich herzhaft lachen, vor allem wenn ich mich selber vor meinem geistigen Auge sah. Lachen ist gesund und hat offenbar Wakass und Aisha angesteckt. Als ich nach unten komme, stecken die beiden die Köpfe jedenfalls schon wieder zusammen.

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