Monatsarchive: Mai 2010

Vor einigen Wochen fand ich auf meiner Terrasse ganz viele tote Bienen. Das war natürlich Wasser auf meinen Mühlen. Die Bienen forderten mich auf, über sie zu schreiben.

Leider ist das Leben der Bienen in der Tat kein Honigschlecken mehr. Blumenlose Wiesen, schnelle Kreiselmäher, Parasiten, Pestizide und nach neusten Erkenntnissen nun auch noch die Mobilfunkstrahlen und Starkstromleitungen lassen diese kleinen fleissigen Insekten verschwinden.

Ein Beispiel: Ein Rotationsmähwerk mit Aufbereiter tötet beim Mähen 35 – 60 Prozent der Honigbienen (und natürlich auch andere Insekten).

Bienen sorgen direkt und indirekt für ca. einen Drittel der menschlichen Nahrung, da diese ohne Bestäubung der Pflanzen, (z. B. Obst- und Gemüsesorten, auch Getreide für die Futtermittel der Tiere) nicht gedeihen kann. Wer aber übernimmt das Bestäuben der Blüten wenn es keinen Bienen mehr gibt?

Ich lebe in der Nähe eines Bienenhäuschens. Ja, der Monat Mai ist wahrlich für uns Anwohner kein Honiglecken. Es ist die Zeit des Schwärmens und da können diese Tierchen ganz schön aggressiv sein. In meinem Artikel „die Bienen“ ist zu lesen, wie mir die Bienen näher gekommen sind. So bin ich erst richtig auf sie aufmerksam geworden. Ein wirklich interessantes Wesen, wenn man sich ein bisschen mit ihm auseinandersetzt. Schon nur die grossartige Arbeit, die dieses Insekt leistet.

  • Für ein Honigbrot legt eine Biene rund 2’400 km zurück.
  • 0,05 ml Nektar kann pro Flug gesammelt werden.
  • Für 500 g Honig braucht es 2,5 l Nektar.
  • Für ihren Energiehaushalt braucht die Biene noch einmal 2,5 l Nektar.
  • Für 500 g Honig müssen also 100’000 Flüge oder 75’000 km Flugstrecke absolviert werden.

Diese kleine Aufstellung soll unser Bewusstsein beim Verzehren einer Honigschnitte wecken. Sind wir doch diesen fleissigen Wesen dankbar für ihre grossartige Arbeit und denken das nächste Mal daran, wie viel Energie und Kraft in einem Honigbrot steckt.

Der Spatz oder Sperling, ist wohl einer der bekannteren Vogelarten für die meisten Menschen, weil er in der Stadt und auf dem Land heimisch ist. Er könnte aber schon bald zum Exoten werden. Der Grund liegt vor allem bei den Kleingärtner und beim Ehrgeiz des Klimaschutz. So gibt es mancherorts nur noch halb so viele Spatzen wie in den 80er-Jahren. Die Stadt-Vertreter fressen und verfüttern inzwischen notgedrungen alles.

Der Spatz ist auf die Rote Liste gerückt und mancherorts wahrscheinlich für lange Zeit verstummt. Nach neusten Forschungen gibt es bereits einen Fünftel weniger Spatzen als noch vor 30 Jahren.

Stadt-Spatzen sind zu flexiblen Allesfressern geworden. Der Nachwuchs benötig aber vor allem fette Würmer und grosse Käfer als Nahrung. Doch die Jagd nach kleinem Getier wird immer schwieriger, wird doch in den Kleingärten oft alles fein säuberlich mit Insektiziden und Pestiziden weggespritzt. Die Blattläuse, Käfer und Larven fehlen für den Nachwuchs.

Das zweite Problem: Der Spatz liebt Dächer für den Nestbau. Immer mehr Eigentümer lassen ihre Häuser modernisieren. Eine gedämmte Fassade und ein dichtes Dach senken die Heizkosten, was Umwelt und Klima schont. Platz für den Spatz ist an solchen Häusern allerdings nicht mehr. Und dann gibt es noch die Menschen, welche die Nester an ihren Häusern absolut nicht dulden, weil es für einen kurzen Augenblick etwas schmuzig zu und her geht.

Der Spatz wurde im Jahr 2002 als Vogel des Jahres gewählt. Wurde der Rückgang seiner Art schon da wahrgenommen?  Tragen wir doch einfach Sorge zu dem quirligen Geselle in unseren Gärten.

…dürfen nicht alles


von den Sorgen oder Erziehungsmassnahmen einer Bärenmama und der Fehlplanung eines Landschaftsgärtners 😉