Es hat aufgehört zu regnen. Das lockt die Bauern auf ihre Felder. Endlich können sie das hoch gewachsene Gras mähen und trocknen lassen. Diesen Moment liebe ich sehr. Zum einen mag ich den würzigen Duft des frisch gemähten Grases sehr. Ich weiss aber auch, dass es der Moment ist, wo die Raubvögel der Region auf die Jagd gehen. Kürzlich konnte ich sieben Milane zählen, welche über einem Feld kreisten, welches ein Bauer mähte. Es war herrlich diesen Flugkünstlern zuzuschauen. Kaum ein Flügelschlag war nötig. Sie liessen sich von der Luftströmung tragen, kreisten über dem Feld, bis sie sich plötzlich aus dem Nichts fallen liessen, um eine erspähte Maus zu holen.

Mein Arbeitsweg führt mich quer Feld ein übers Land. Ich geniesse diese Fahrten, weil ich immer wieder viele Wildtiere beobachten kann. Dementsprechend vorsichtig fahre ich auch. Kürzlich wurde ich aber regelrecht von einem Erlebnis gestoppt. Ich habe mich nicht mehr getraut weiterzufahren. Ein Rotmilan hatte eine Maus im Fang. Ein Krähenpärchen hat gesehen, dass der Rotmilan Beute gemacht hat. Was dann folgte war der reinste Krimi. Die beiden Krähen attackierten den Milan, um ihm seine Beute abzuluchsen. Dieser Verfolgungsflug war wirklich gefährlich. Der Milan liess sich jeweils in die Tiefe fallen und überfolg die Strasse nur um ein paar Zentimeter. Still blieb ich am Strassenrand stehen und beobachtete aus dem Auto heraus die drei Vögel. Einige Minuten dauerte das Schauspiel. Dann hat der Rotmilan aufgegeben. Die Hartnäckigkeit der Krähen hat gesiegt. Sie waren viel wendiger im Flug, der Milan hatte keine Chance, die beiden abzuhängen. Er liess die Maus fallen und sofort stürzten sich die Krähen auf die Maus.

Das war schon ein bisschen dreist von diesen Krähen. Ich finde sie absolut faszinierende und sehr schlaue Wesen. Und im Mäuseklauen sind sie wohl nicht zu schlagen. Sogar einer meiner Katzen konnten sie einmal eine Maus abnehmen.

 

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