Monatsarchive: Oktober 2010

Eine Nachricht, welche mich vom schweizerischen Tierschutz erreichte.

Verwässerung Wolf-Schutz
Auf Druck primär der Walliser Schafhalterlobby wurde der Wolfschutz gelockert. Zu Konflikten mit dem Wolf kam es in erster Linie deswegen, weil heute dank der Sömmerungsbeiträge Höhenlagen mit Schafen genutzt werden, die eigentlich den üblichen Fressfeinden des Wolfes, den Hirschen und Gämsen, vorbehalten wären. Ein weiteres Problem liegt in der Verantwortungslosigkeit gewisser Schafhalter, die meinen, man könne Schafherden tage- ja wochenlang sich selber überlassen. Die Tiere vernachlässigen aber dafür vom Staat Subventionen beziehen: Das passt gut in die heutige Selbstbedienungsmentalität gewisser Kreise.
Der STS wird nun verstärkt die Zusammenhänge zwischen den Sömmerungsbeiträgen/Subventionen und der Schafvernachlässigung resp. ungenügenden Hirtung der Tiere thematisieren. Im weiteren wird er zusammen mit den Umwelt- und Naturschutzorganisationen bei der voraussichtlich im November startenden Revision der Jagschutzverordnung auch für einen besseren Wolfschutz kämpfen.

Über die Wölfe sowie die Herdenschutzhunde (s. auch hier) habe ich bereits früher Artikel veröffentlich. Die Problematik der Schafhaltung ist mir bekannt. Ich möchte nicht alle Schafhalter in einen Topf kehren, aber gerade neulich bin ich im Berner Seeland wieder an einer Schafherde vorbeispaziert, in welcher es mehrere verletzte Tiere hatte, in wolfsfreier Zone, wohlbemerkt. Die Tiere hatten keinen Unterstand und befanden sich bereits seit Tagen zusammen mit ihren Lämmern auf diesem Stück Land, innerhalb eines auswechselbaren Schafzaunes.

Dass nicht immer der Wolf sich an den Schafen (und neuerdings soll er dies auch noch bei Rindern tun…) ernährt, haben gerade die Untersuchungen der letzten Fälle gezeigt. Die besagten Rinder sind abgestürzt und dienten nachher den Füchsen als Nahrungsquelle. Ebenso haben DNA-Analysen gezeigt, dass sich auch schon mal Hunde an Schafen bedient haben. Gerade jetzt wieder in der Jagdsaison geht so mancher Jagdhund, den Jägern „verloren“. Für die Gesellschaft natürlich ein ganz anderes Kapitel…Für die wolffeindlichen Bauern eine gute Gelegenheit, wieder einmal ihm die Schuld zuzuweisen.

Die Statistik über wie „viele Tiere der Wolf gerissen hat“ ist immer sehr schnell zur Hand. Ich würde gerne einmal eine Statistik lesen, welche Auskunft über die Todesfälle wegen Vernachlässigung der Schafe oder Nutztiere allgemein oder über Abstürze während der Sömmerung gibt! Ich bin mir ganz sicher, dass diese Zahl bei weitem höher liegt, als diejenige der von Wölfen gerissenen Tieren.

 

PS: Wer nun denkt, Schafe brauchen keinen Unterstand, der solle mir doch bitte erklären, warum dann die Schafe, welche einen Unterstand zur Verfügung haben, diesen während der Nacht und wenn es regnet auch nutzen.