Monatsarchive: Dezember 2010

Die Weihnachtsfeiertage liegen hinter uns. Gemütlich haben die Familien zusammen gefeiert. Zu Weihnachten gehört natürlich auch ein festliches Menü. Des Schweizers Traditionsmenü ist Fondue Chinoise oder Bourguignonne. Nach Orignalrezept werden dazu die Filetstücke des Rindes verwendet. Es ist nur ein Bespiel. Natürlich werden noch viele andere feine Menüs gekocht, auch ohne Fleisch. Aber bestimmt gilt das Filet als der Festtagsrenner, ob Schwein, Rind oder Lamm. Die Einkaufsregale in den Supermärkten waren voll davon. Die Menschen drängten durch die Fleischregale (welche ich in grossem Bogen mied), überladene Einkaufskörbe wurden durch die engen Gänge geschoben.

Weihnachten war vorbei, ich ging wieder einkaufen. Am Eingang präsentierte sich mir ein riesengrosses Regal mit Rollschinken, alle zum ½ Preis, weil das Verkaufsdatum bald abgelaufen war. Konnte das Fleisch nicht noch an Herr und Frau Schweizer gebracht werden, landete es im Müll.

Wie war das beim Festtagsbraten? Hat man an das Wesen, von welchem ein Stück auf dem Teller lag, gedacht, ihm gedankt, für den Weg, den es für uns gegangen ist?

Genau dieses Bewusstwerden möchte ich mit diesen Zeilen erreichen. Ich bin keine Freundin von Statistiken und doch sind sie gerade in diesem Moment für mich sehr wertvoll. Ich finde die Zahlen sehr eindrücklich, regen mich zum Nachdenken an. Aus
102‘040‘000 Hühnern oder Hähnen,
2’659’128 Schweinen,
374’325 Rindern,
249’479 Kälbern,
werden jährlich in der Schweiz Fleisch „produziert“ (ein Ausdruck der entsprechenden Branchenorganisationen). Natürlich kommen noch Pferde, Schafe/Lämmer, Kaninchen und all das Fleisch aus dem Import hinzu.

Welche Wertschätzung wir den Farmtieren entgegenbringen, zeigt mir alleine der Ausdruck „Produktion“. Das ein Lebewesen als Produkt bezeichnet wird, stimmt mich sehr nachdenklich. Jedes Lebewesen, auch wenn es uns als Nahrung dient, hat Respekt, Achtung, Dank und artgerechte Lebensumstände verdient.

Der Hund und der Hase

Es war ein bitterkalter Wintermorgen. Die Felder lagen einsam vor einer Frau, welche mit ihrem Hund spazierte. Am Horizont waren die zaghaften Strahlen der Morgensonne zu erkennen. Stille. Nur die Schritte der beiden auf dem vom Reif gefrorenen Boden waren zu hören.

Die Kälte trieb der Frau die Tränen aus den Augen. Aber sie genoss den traumhaft schönen Tagesbeginn. Der Hund war voller Lebensfreude. Er schnüffelte, sprang wieder zur Frau. „Bitte, bitte wirf mir doch einen Schneeball“ bat er sie. „Nein, mein Liebling, das geht heute nicht„ antwortete die Frau. „Der Schnee ist nun zu Eis gefroren, ich kann dir keinen Schneeball mehr formen“. „Schade“ murmelte der Hund und konzentrierte sich wieder auf das Schnüffeln auf dem Boden.

Plötzlich hüpfte ein paar Meter vor den beiden ein Feldhase aus dem Busch. „Juhuiii“ rief der Hund, „endlich kann ich spielen“. Er sprang dem Hasen hinterher, während der Hase fleissig seine Hacken schlug. „Hase, so warte doch, ich möchte dich gerne kennen lernen“, rief der Hund aufgeregt hinterher. Plötzlich hielt der Hase an, blieb ruhig sitzen. Als der Hund ihn erreichte, schnuffelte er am Hasen. Sehr sanft und respektvoll tat er das, ausgiebig, vom Kopf bis zu den Füssen. „Hallo Hase, schön, dass du auf mich gewartet hast. Hast du einen Namen?“ Der Hase war völlig sprachlos, konnte es gar nicht fassen, wie sanft dieser Hund zu ihm war.

Mittlerweile war die Frau zu den beiden gestossen, war völlig fasziniert von diesen beiden Wesen. Sie leinte ihren Hund an und sagte zu ihm. „Weisst du mein Liebling, ich bin mächtig stolz auf dich, wie liebevolle du mit diesem Wesen umgegangen bist. Dieser Hase wollte aber nicht mit dir spielen, hat sich wohl sehr erschrocken über dich. Wir lassen im jetzt seine Ruhe, damit er wieder zu sich finden kann.“ Die Frau und der Hund entfernten sich vom Hasen. Dieser schaute ihnen eine Weile interessiert hinterher und hoppelte dann gemütlich von dannen.

 

Eines Morgens, als der kleine Tannenbaum aufwachte, waren alle seine Brüder und Schwestern rund um ihn herum verschwunden. Er war ganz traurig. „Wo sind sie den geblieben?“ Fragte er die grosse alte Tanne.

„Weisst du, mein kleiner Tannenbaum, es ist Weihnachtszeit. Die Menschen haben einen Weihnachtsbrauch. Sie stellen einen Tannenbaum in ihre gute Stube und schmücken in mit Kugeln und Kerzen“. „Oh, das ist aber ein schöner Brauch“, sagt der kleine Tannenbaum. „Kommen meine Geschwister dann wieder zurück in den Wald?“ „Nein, mein kleiner Tannenbaum, deine Brüder und Schwestern werden nicht mehr zurückkommen. Man hat sie von ihren Wurzeln getrennt. Ohne Wurzeln kann ein Tannenbaum nicht mehr weiterleben.“ „Ohh, das finde ich aber traurig. Ich finde das doch keinen so tollen Brauch. Warum tun die Menschen das, wenn sie uns dafür von den Wurzeln trennen müssen?“

„Weisst du“, sprach die alte Tanne zum kleinen Tannenbaum, „die meisten Menschen haben ihr Bewusstsein zu uns Pflanzen noch nicht öffnen können. Sie denken, dass wir Wesen ohne Gefühle und Seele sind. Produktion nennen sie das dann und verkaufen uns auf dem Markt.

Ich kann dich aber trösten. Es gibt schon ganz viele Menschen, welche unsere Anliegen und unsere Botschaften verstehen, sie auch ernst nehmen und sie für uns in die Welt hinaustragen.“ Mit grossen Augen schaute der kleine Tannenbaum zur alten Tanne auf. Sie erzählt weiter: „Viele Menschen haben bereits umgedacht, können uns fühlen. Sie kaufen dann auch keinen Tannenbaum mehr oder sie haben einen Baum, welchen sie alle Jahre wieder aus dem Estrich herunterholen können, so quasi einen Puppenbaum. Es gibt auch Menschen, die ihre Bäume im Garten schmücken oder den Schnee sein Kunstwerk auf ihre Äste zaubern lässt.

Sie feiern dann Weihnachten mit uns, wie es einst in Urzeit Brauch war. Für diese Menschen ist Weihnachten ein Fest der Liebe mit allem was lebt auf Mutter Erde. Und es werden immer mehr, mein kleiner Tannenbaum.

„Da bin ich aber froh“ murmelte der kleine Tannenbaum. Sein Blick ging nach oben. Leise beginnt der Schnee zu rieseln und schenkt ihm den schönsten Weihnachtsschmuck, den es überhaupt gibt.

(die Geschichte ist aus einer Kommunikation mit den Weihnachts-Tannenbäumen entstanden)

Der Weihnachtsbaum ist ein Weihnachtsbrauch, welcher sich im 19. Jahrhundert von Deutschland aus über die ganze Welt verbreitete hat.

 

Gedanken zum Weihnachtsfest
(einen Artikel gefunden bei Tatjana Stocker)

An Weihnachten werden in der Schweiz eine Million Christbäume verkauft. Nicht jedes Bäumchen ist jedoch gleich «grün» = ökologisch. Gerade wenn man den Weihnachtsbaum beim Grossverteiler erstehen möchte, sollte man die Herkunft erfragen: Wurden die Bäume durch halb Europa gekarrt, ist deren Ökobilanz schlecht. Da hilft auch keine Biolabel mehr.

Ein Baum ist ein Stück Natur. Nur: Bei Christbäumen ist das anders. Sie sind nicht automatisch bio. Sondern meist konfektionierte Massenware. Eine Million Bäume gelangen bei uns jedes Jahr in den Verkauf. Davon stammen 60 bis 80 Prozent aus dem Import, mehrheitlich aus Plantagen in Dänemark und Deutschland, schätzt der Verband Waldwirtschaft Schweiz. Und auf den Plantagen wird Chemie eingesetzt: „Auf konventionell angebauten Plantagen werden oft synthetische Dünger oder chemische Wachstumsförderer eingesetzt, ebenso Pestizide, Herbizide und Fungizide“, erklärt WWF Schweiz. Mit den Pestiziden wollen die Züchter Trieblaus, Rüssel- oder Borkenkäfer loswerden, gegen Gras und Kraut werden Herbizide, gegen Pilze Fungizide eingesetzt, und Farbverstärker sollen das Grün noch ein wenig grüner zu machen.

Alternativen – aus dem Topf?
Christbäume werden auch im Topf angeboten. Eine Alternative zum alle Jahre geschlagenen Bäumchen, das nach wenigen Tagen sowieso entsorgt wird? Jein, 10 Tage in der überheizten Stube bedeutet für den Baum Stress pur.

Christbaum entsorgen – gewusst wie
Auch echte Christbäume müssen fachgerecht entsorgt werden: Am besten gibt man ihn der Grünabfuhr mit oder häckselt und kompostiert ihn im Garten. Im Cheminée oder unter freiem Himmel verbrennen widerspricht der Luftreinhalteverordnung, weil dabei unerwünschte Partikel freigesetzt werden. Laut WWF müsste der Baum ein Jahr trocknen, bevor man ihn verbrennen kann. Auch das von einigen Gemeinden als «Happening» organisierte gemeinsame Verbrennen der Weihnachtsbäume belastet die Luft – und ist bewilligungspflichtig. Eine Voraussetzung fürs Kompostieren wie Verbrennen ist: Der Baum sollte frei von Schmuck, Silberspray, Lametta und Engelshaar sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Schadstoffe wie Schwermetalle freigesetzt werden. (Anmerkung: Man sollte ebenfalls bedenken, dass all die bei der Aufzucht verwendeten chemischen Stoffe beim Häckseln auch wieder in den Boden gelangen.)

Klimafreundliche Weihnachten
Das Klima schonen lässt sich nicht nur bei der Wahl des richtigen Christbaums. Während der Weihnachtsfeiertage verbrauchen wir gemäss Berechnungen der Münchner Firma Climate Partner im Durchschnitt 90 kg CO2-Äquivalente pro Kopf, rund 30 kg je Feiertag. Die Emissionen entstehen unter anderem durch den erhöhten Heizbedarf, den stundenlang im Ofen schmorenden Festtagsbraten oder durch die üppige Beleuchtung. Auch hier gibt es ökologischere Alternativen: beispielsweise ein fleischloses Weihnachtsmenü oder der Verzicht darauf, gleich das ganze Haus zu illuminieren.

Ich wünsche allen Lebewesen auf Mutter Erde eine schöne Adventszeit.