Die Weihnachtsfeiertage liegen hinter uns. Gemütlich haben die Familien zusammen gefeiert. Zu Weihnachten gehört natürlich auch ein festliches Menü. Des Schweizers Traditionsmenü ist Fondue Chinoise oder Bourguignonne. Nach Orignalrezept werden dazu die Filetstücke des Rindes verwendet. Es ist nur ein Bespiel. Natürlich werden noch viele andere feine Menüs gekocht, auch ohne Fleisch. Aber bestimmt gilt das Filet als der Festtagsrenner, ob Schwein, Rind oder Lamm. Die Einkaufsregale in den Supermärkten waren voll davon. Die Menschen drängten durch die Fleischregale (welche ich in grossem Bogen mied), überladene Einkaufskörbe wurden durch die engen Gänge geschoben.

Weihnachten war vorbei, ich ging wieder einkaufen. Am Eingang präsentierte sich mir ein riesengrosses Regal mit Rollschinken, alle zum ½ Preis, weil das Verkaufsdatum bald abgelaufen war. Konnte das Fleisch nicht noch an Herr und Frau Schweizer gebracht werden, landete es im Müll.

Wie war das beim Festtagsbraten? Hat man an das Wesen, von welchem ein Stück auf dem Teller lag, gedacht, ihm gedankt, für den Weg, den es für uns gegangen ist?

Genau dieses Bewusstwerden möchte ich mit diesen Zeilen erreichen. Ich bin keine Freundin von Statistiken und doch sind sie gerade in diesem Moment für mich sehr wertvoll. Ich finde die Zahlen sehr eindrücklich, regen mich zum Nachdenken an. Aus
102‘040‘000 Hühnern oder Hähnen,
2’659’128 Schweinen,
374’325 Rindern,
249’479 Kälbern,
werden jährlich in der Schweiz Fleisch „produziert“ (ein Ausdruck der entsprechenden Branchenorganisationen). Natürlich kommen noch Pferde, Schafe/Lämmer, Kaninchen und all das Fleisch aus dem Import hinzu.

Welche Wertschätzung wir den Farmtieren entgegenbringen, zeigt mir alleine der Ausdruck „Produktion“. Das ein Lebewesen als Produkt bezeichnet wird, stimmt mich sehr nachdenklich. Jedes Lebewesen, auch wenn es uns als Nahrung dient, hat Respekt, Achtung, Dank und artgerechte Lebensumstände verdient.

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