Monatsarchive: August 2011

Wenn wir von einer Katzenwäsche sprechen, meinen wir dabei eher eine flüchtige Wäsche…Ob Fellpflege oder Gefiederpflege, fast täglich kann ich Tiere dabei beobachten wie sie sich pflegen. Ihre Körperpflege ist aber alles andere als flüchtig. Tiere nehmen sich dazu sehr viel Zeit. Gerade gestern habe ich eine Biene beobachtet, wie sie sich auf dem Tisch vor mir geputzt hat. Ich war total fasziniert. Für den Hinterteil hat sie ihre beiden hinteren Beinchen benutzt, auch um sich diese gegenseitig zu putzen. Ihren behaarten Mittelteil hat sie mit ihren mittleren Beinchen intensiv gereinigt. Und für den Kopfbereich hat sie die vordersten Beinchen benutzt. Die ganze Prozedur dauerte einige Minuten.

 

Wir sehen es oft, aber sind uns dessen gar nich bewusst, wie intensiv sich die Tiere pflegen. Vögel putzen sehr genau jede ihrer Federn. Die Katzen putzen sich systematisch vom Kopf bis hin zur Schwanzspitze und den Krallen durch. Grössere Tiere wie z.B. Pferde, wallen sich auf dem Boden oder pflegen sich gegenseitig. Auch bei den Affen kann man die gegenseitige Fellpflege beobachten. Fellpflege hat auch etwas mit Sozialkontakten zu Artgenossen zu tun.

 

Für viele Menschen gelten Tiere als unhygienisch. Sind sie das wirklich? Ich finde das nicht. Wenn Tiere artgerecht gehalten werden, sind sie sehr reinlich. Ihre Pflege sieht einfach ein bisschen anders aus als unsere, aber auch sie benutzen dazu manchmal Wasser.

 

Auf Youtube habe ich einen Film gefunden, wie sich eine Biene putzt. Sie tut das ungefähr gleich, wie die Biene aus meinem Garten. Viel Spass beim Video.

 

 

Vor einigen Jahren hatten wir in unserer Natursteinmauer ein Hornissennest. Ich war gerade am Jäten, als es plötzlich vor meinem Bauch zu brummen begann. Ich trat einen Schritt zurück und dann gleich noch ein paar. Das ganze Hornissenvolk verliess seinen Bau.

Die Hornissen schwebten um mich, sie kamen auf Augenhöhe und sahen mir regelrecht in die Augen. Ich blieb einfach stehen. Nichts geschah. Die Hornissen empfanden bei mir keine Gefahr und kehrten in ihren Bau in der Naturmauer zurück. Hmmm. Was mach ich nun? Fragte ich mich. Weiter jäten konnte ich ja nicht, die würden sonst wieder ihren Bau verlassen. Ich beschloss, bevor ich die Feuerwehr kommen liess mich über Hornissen schlau zu machen.

Was ich dann zu lesen bekam faszinierte mich auf’s äusserste. Hornissen sind sehr friedliche Stechinsekten. Man muss schon fast auf eine Hornisse treten oder ihren Bau zu zerstören versuchen, dass diese Insekten Angriffslust entwickeln. Die Hornissen sind vom Aussterben bedroht, weil die meisten Menschen ihre Bauten mit Giftsprays behandeln und diese dann entfernen. Ein ausgewachsener Hornissenstamm frisst pro Tag 1 Pfund Insekten. Was für ein Segen, wenn sich ein solcher Stamm im eigenen Garten befindet!

Ein Hornissenstamm stirbt im Spätherbst komplett aus. Lediglich eine junge Königin fliegt aus, um in einer Baumritze zu überwintern. Wo einmal ein Hornissennest war, wird es keinen neuen Stamm mehr geben. Gleich verhält es sich bei den etwas angriffslustigeren Wespen. Auch ein Wespenstaat stirbt im Herbst aus. Wespen ernähren sich ebenfalls von Insekten, mögen aber auch Nektar, Pollen und Pflanzensäfte. Deshalb haben wir oft beim Essen im Freien Besuch von diesen Insekten.

Ich habe einen guten Trick. Ich stelle immer abseits von unseren Sitzplätzen einen Teller mit einem kleinen Stückchen Fleisch (Konfitüre geht auch) hin, extra für die Wespen. Mittlerweile ist es fast zu einem Ritual geworden, den Wespen beim Abschneiden der Fleischstückchen zuzusehen. Wir können derweilen in Ruhe unsere Mahlzeit geniessen.

Wir haben dieses Jahr wieder ein Hornissennest in der Naturmauer (an einem anderen Platz) sowie ein Wespennest an der Mauer und in unserem Gartengrill. Wir leben friedlich neben diesen Insekten, schätzen ihre wertvolle Arbeit zum Ausgleich des natürlichen Gleichgewichts. Wir sind noch nie von einer Wespe oder einer Hornisse attackiert oder gar gestochen worden.