Als ich meine Mami im Tierheim erblickte, habe ich ihr mitten ins Herz geschaut. Das kann ich sehr gut. Ich kann mich aber auch sehr gut in Pose setzen, weiss wie ich meine Schönheit zur Geltung bringen kann, manchmal. Zwar begrüsst mich meine Mami meistens mit „hallo meine Schöne“, aber manchmal meint sie auch, ich sehe aus wie ein Wühlmäuschen. Hmmm, die mag ich nicht so. Aber die Feld- und Waldmäuse sind schon lecker. Auch wenn ich gemütlich aussehe, meine Krallen sind scharf und ich kann blitzschnell damit zupacken. Vom Frühling bis im Herbst bin ich kaum zu Hause, bin sehr gerne im Wald auf der Jagd.

Wenn dann Mami mit Wakass durch den Wald spaziert, schliesse ich mich ihnen an. Mami macht dann extra für mich nur eine kleine Spazierrunde, so dass ich die Strecke auch mitlaufen kann. Versteckt sie feine Hundekuchen, bin ich immer ganz schnell zur Stelle und esse die Leckerlis weg. Hihihi, ihr solltet mal Wakass sehen, er schaut immer ganz komisch aus der Wäsche. Na, wenn er meint, nur er habe eine gute Nase, da hat er sich aber gewaltig getäuscht.

Kommt es regnen, begebe ich mich mit einer grossen Schleppe wieder einmal nach Hause. Klar können Katzen Schleppen haben. Ganz viele Ästchen, Nadeln und Klebläuse zieren dann jeweils mein prachtvolles Haar, vor allem am Hinterteil. Die Katzenklappe ist fast zu eng für mich. Während ich eifrig mein Bäuchlein fülle, beginnt Mami mit dieser lästigen Frisiererei. Das zupft und rupft, ich mag das gar nicht. Mami sagt dann immer, ich müsse da durch. Sie aber auch. Zwischendurch zeige ich ihr mit meinen Krallen, wie sich das Gezupfe in meinem Fell anfühlt. Sie darf ruhig auch einmal AUA sagen.

Im Frühling darf ich immer zum Arztfrisör. Mami sagt mir dann immer, nun sei ich die Schönste im ganzen Dorf. Ich weiss nicht so recht, ob das stimmt. Aber wenn sie es sagt…Jedenfalls fühlen tue ich mich immer ganz toll nach diesem Arztfrisör, so leicht und locker, wenn die Knoten und der Filz des Winterfells wieder entfernt sind.

Mmmmmh ich liebe das Leben, ich liebe das Sein. Es gibt doch nichts Schöneres als an einem gemütlichen Plätzen alle Viere von sich zu strecken.

Jetzt hätte ich fast noch etwas vergessen. Ich bin Ambra, diejenige, die Ruhe und Gelassenheit in die Familie bringt.

Wir vier Schwestern haben beschlossen, uns vorzustellen. Da gibt es ja eine Menge zu erzählen und jede von uns ist einzigartig in ihrem Wesen.

Ich bin Aisha, eine der A-Ladies. Im Tierheim nannten sie mich Annette. Das hat mir aber gar nicht gefallen und ich habe das bei uns zu Hause auch deutlich zum Ausdruck gebracht. Meine Menschenmami hat mich dann den Namen selber auswählen lassen. Seit ich nun Aisha heisse, konnte ich viel ruhiger und lieber werden. Ich geb’s zu. Ich war vorher eine echte Zicke gegen meine Schwestern. Aber jetzt nennt Mami mich immer „meine Süsse“. Ich mag das sehr. Dann recke ich immer mein Köpfchen in die Höhe und miaue ganz laut. Sofort werde ich in die Höhe gehoben und darf auf Mamis Schultern liegen. Echt toll, ich sags euch. Es geht doch nichts über die Welt von oben.

Ich bin halt ganz klein geblieben und wirke deshalb immer noch ein bisschen babyhaft. Mami sagt zwar immer, ich sei mit einem betörenden Hüftschwung unterwegs. Keine Ahnung, was sie damit meint.

Am liebsten bin ich immer um das Haus herum. So weiss ich ganz genau, was bei mir zu Hause los ist. Weil ich eben so klein bin muss ich immer einen gaaaanz langen Hals machen, damit ich auch alles mitkriege, wie eine kleine Haustratsche. Na ja, man soll ja nichts verpassen oder?

Spielen tue ich gerne mit Fliegen. Mäuse fangen sagt mir nicht so zu, ist mir viel zu anstrengend. Die Mäuse einer meiner Schwestern stehlen, das sagt mir da schon eher zu. Was ich aber ganz lustig finde sind die Fische in Nachbars Biotop. Hihihi, die kommen immer so schön an den Rand. Ist wirklich kinderleicht, so einen Fisch zu fangen.

Wenn Besuch kommt muss ich mich natürlich immer an vorderste Front stellen, d.h. wenn sich mein grosser Bruder dann endlich eingerenkt hat. Mann, der hat vielleicht einen Drive drauf…. Aber dann bin ich an der Reihe. Die Taschen der Menschen sind immer am lustigsten. Da kann ich mich so gut darin verstecken.

Wenn mir das Spiel zu langweilig wird, gehe ich wieder nach draussen. Vielleicht haben ja die Besucher noch ein Fenster beim Auto offen gelassen, da schleiche ich mich gerne hinein. Ob gepolstert oder in der Handablage, beide Orte sind für mich bequem.

Jetzt, im Sommer, bin ich praktisch nur noch draussen. Ich lege mich gerne unter die Sträucher und höre dem zirpen der Grillen zu. Nein, nein, die fange ich jetzt nicht. Es ist wieder Zeit, ein Nickerchen zu nehmen. Schlaft schön.

Eure Aisha

Die Tierheime in der Schweiz sind voll. Voll von Tieren, die auf ein neues zu Hause warten. Ja, meistens ist es ein neues Zuhause. Sie wurden abgeschoben, abgestellt oder abgegeben, weil sie nicht mehr in den Lebensrahmen des Menschen passten. Manchmal sind es familiäre Gründe. Menschen sterben oder Paare trennen sich und beide gehen wieder einem Beruf nach. Hier kann man den Weg ins Tierheim etwas besser nachvollziehen.

Ein grosser Teil der Tiere landet aber im Tierheim, weil ihre Vorbesitzer sie nicht mehr wollen. Sie passen nicht ins Ferienkonzept, sind nicht mehr das süsse Tierbaby, waren nicht das, was sich der Mensch vorgestellt hat oder die Menschen kommen mit den Tieren nicht klar, weil sie sie nicht verstehen. Wie eine Ware werden diese Tiere abgeschoben. Dann gibt es noch die Tiere, welche vom Tierschutz beschlagnahmt werden, weil sie entweder misshandelt, gequält oder vernachlässigt wurden.

Ändern kann ich daran nichts. Es sind Tatsachen, die sich bei Tieren aber auch bei Menschen abspielen. Alle Lebewesen leben ihr Leben, welches ihnen aus was für Gründen auch immer so vorbestimmt ist.

Was ich aber tun kann, ist, das zuweilen unachtsame Verhalten der Menschen ins Bewusstsein zu rufen. Tiere sind Lebewesen und keine Wegwerfware. Sie besitzen eine Seele, genau gleich wie wir Menschen auch. Auch wenn sie kleiner oder schwächer sind als wir, heisst das nicht, dass sie respektlos oder verantwortungslos behandelt werden dürfen.

Wer ein Tier in seine Obhut nimmt, sollte sich vorher bewusst sein, dass er ein Lebewesen mit einer Seele aufnimmt. Egal wie klein dieses Wesen ist. Der Mensch trägt eine Verantwortung.

Ein Tier muss immer artgerecht gehalten werden. Sich über die Lebensweise, Bedürfnisse und Pflege der Tiere vor einer Adoption zu informieren, ist ein MUSS.

Man sollte sich auch immer bewusst sein, dass nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist mit einem Lebewesen, welches einfach anders ist als der Mensch. Man lebt ja schliesslich zusammen. Wenn man aber die täglichen Herausforderungen gemeinsam mit den Tieren löst, kann man wachsen und lernen. Ein Lebewesen abzuschieben, nur weil es gerade schwierig wird oder es nicht mehr ins Konzept passt, sind sehr niedrige Beweggründe.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass die Menschen achtsam gegenüber diesen Lebewesen werden und dass alle Tierheim-Tiere bald ein schönes neues Zuhause finden.

Die ersten warmen Frühlingsstrahlen haben diese Käfer aus dem Boden gelockt, die Feuerwanzen. Es war einer meiner ersten Gänge mit dem Fotoapparat durch meinen Garten. Ich habe mich über das Erwachen dieser schönen Käfer gefreut und ein paar Fotos gemacht, Käfer im Frühlingsliebesrausch 🙂 .

Mittlerweile haben wir an dieser Stelle einen kleinen Steingarten angelegt. Die Eier des Käfers blieben aber verschont. Letzte Woche erschien wieder für ein paar Stunden die Sonne und mir präsentierte sich dieses Bild.

Gerade in warmen Sommermonaten kann man die auffällig gefärbten Feuerwanzen entdecken, in Baumstämmen oder auf Steinen, in deren Umgebung es reichlich Nahrung gibt. Sie saugen gerne Pflanzensaft und ernähren sich von Laub und Samen, aber auch von Aas und Insekteneiern. Diese kleinen Tierchen sind für mich sehr wertvoll und halten mir den Garten in einem natürlichen Gleichgewicht. Sie richten keinen Schaden an. Die Feuerwanzen gelten als Nützlinge!

Die Wanzen überwintern in Mitteleuropa als ausgewachsene Tiere. An warmen Tagen ab Mitte März verlassen sie ihre Überwinterungsquartiere im Boden und bereiten sich auf die Paarungszeit von April bis Mai vor.

Vor einigen Wochen fand ich auf meiner Terrasse ganz viele tote Bienen. Das war natürlich Wasser auf meinen Mühlen. Die Bienen forderten mich auf, über sie zu schreiben.

Leider ist das Leben der Bienen in der Tat kein Honigschlecken mehr. Blumenlose Wiesen, schnelle Kreiselmäher, Parasiten, Pestizide und nach neusten Erkenntnissen nun auch noch die Mobilfunkstrahlen und Starkstromleitungen lassen diese kleinen fleissigen Insekten verschwinden.

Ein Beispiel: Ein Rotationsmähwerk mit Aufbereiter tötet beim Mähen 35 – 60 Prozent der Honigbienen (und natürlich auch andere Insekten).

Bienen sorgen direkt und indirekt für ca. einen Drittel der menschlichen Nahrung, da diese ohne Bestäubung der Pflanzen, (z. B. Obst- und Gemüsesorten, auch Getreide für die Futtermittel der Tiere) nicht gedeihen kann. Wer aber übernimmt das Bestäuben der Blüten wenn es keinen Bienen mehr gibt?

Ich lebe in der Nähe eines Bienenhäuschens. Ja, der Monat Mai ist wahrlich für uns Anwohner kein Honiglecken. Es ist die Zeit des Schwärmens und da können diese Tierchen ganz schön aggressiv sein. In meinem Artikel „die Bienen“ ist zu lesen, wie mir die Bienen näher gekommen sind. So bin ich erst richtig auf sie aufmerksam geworden. Ein wirklich interessantes Wesen, wenn man sich ein bisschen mit ihm auseinandersetzt. Schon nur die grossartige Arbeit, die dieses Insekt leistet.

  • Für ein Honigbrot legt eine Biene rund 2’400 km zurück.
  • 0,05 ml Nektar kann pro Flug gesammelt werden.
  • Für 500 g Honig braucht es 2,5 l Nektar.
  • Für ihren Energiehaushalt braucht die Biene noch einmal 2,5 l Nektar.
  • Für 500 g Honig müssen also 100’000 Flüge oder 75’000 km Flugstrecke absolviert werden.

Diese kleine Aufstellung soll unser Bewusstsein beim Verzehren einer Honigschnitte wecken. Sind wir doch diesen fleissigen Wesen dankbar für ihre grossartige Arbeit und denken das nächste Mal daran, wie viel Energie und Kraft in einem Honigbrot steckt.