Farmtiere

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Mein Weg zum Einkaufen führte mich neben einer Weide vorbei. Mein Blick zog es förmlich auf diese Weide und ich habe meine Fahrt kurz unterbrochen. Auf der Weide befanden sich ca. 8 Mutterkühe zusammen mit ihren Kälbern. Mahlzeit war angesagt. Alle Kälber haben gleichzeiteig bei ihren Müttern Milch getrunken, auf natürlich Art und Weise, wie es eben sein sollte.

Derweilen haben die Mütter gemütlich Gras gefressen, die Wiese war satt, voller hochgewachsenem Gras.

Mit einem Lächeln im Gesicht habe ich mich weiter auf meinen Weg begeben, meine Einkäufe erledigt. Als ich ca. 1 Stunde später wieder an dieser Wiese vorbeifuhr, lagen alle gemütlich auf der Weide. Die Mütter am Wiederkäuen, die Kälber haben sich ganz eng an ihre Mutter gekuschelt.

Es geht auch anders! Da freue ich mich immer wieder, wenn ich solche Beobachtungen machen darf.

Wenn wir von einer Katzenwäsche sprechen, meinen wir dabei eher eine flüchtige Wäsche…Ob Fellpflege oder Gefiederpflege, fast täglich kann ich Tiere dabei beobachten wie sie sich pflegen. Ihre Körperpflege ist aber alles andere als flüchtig. Tiere nehmen sich dazu sehr viel Zeit. Gerade gestern habe ich eine Biene beobachtet, wie sie sich auf dem Tisch vor mir geputzt hat. Ich war total fasziniert. Für den Hinterteil hat sie ihre beiden hinteren Beinchen benutzt, auch um sich diese gegenseitig zu putzen. Ihren behaarten Mittelteil hat sie mit ihren mittleren Beinchen intensiv gereinigt. Und für den Kopfbereich hat sie die vordersten Beinchen benutzt. Die ganze Prozedur dauerte einige Minuten.

 

Wir sehen es oft, aber sind uns dessen gar nich bewusst, wie intensiv sich die Tiere pflegen. Vögel putzen sehr genau jede ihrer Federn. Die Katzen putzen sich systematisch vom Kopf bis hin zur Schwanzspitze und den Krallen durch. Grössere Tiere wie z.B. Pferde, wallen sich auf dem Boden oder pflegen sich gegenseitig. Auch bei den Affen kann man die gegenseitige Fellpflege beobachten. Fellpflege hat auch etwas mit Sozialkontakten zu Artgenossen zu tun.

 

Für viele Menschen gelten Tiere als unhygienisch. Sind sie das wirklich? Ich finde das nicht. Wenn Tiere artgerecht gehalten werden, sind sie sehr reinlich. Ihre Pflege sieht einfach ein bisschen anders aus als unsere, aber auch sie benutzen dazu manchmal Wasser.

 

Auf Youtube habe ich einen Film gefunden, wie sich eine Biene putzt. Sie tut das ungefähr gleich, wie die Biene aus meinem Garten. Viel Spass beim Video.

 

Was es nicht alles gibt. Im Dählhölzli-Zoo hat es dieses Jahr gerade vier junge Spiegelschafe gegeben. Den Namen haben sie nicht erhalten, weil sie besonders eitel sein sollen 😉 Nein. Der Name kommt von ihrer blanken, unbewollten Stirn. Weitere Besonderheit. Sie tragen eine „Brille“ und die schwarzen Flecken verstecken sich nach der ersten Schur unter der weissen Wolle.

Die Spiegelschafe sind eine vom aussterben bedrohte Schafrasse. Der Tierpark Dählhölzli engagiert sich seit elf Jahren für ein Erhaltungsprojekt.

Wer noch mehr über das Spiegelschaf oder andere Schafrassen erfahren möchte, hier ein interessanter Link:

http://www.spycher-handwerk.ch/der-betrieb/archehof-tiere/schafe/

Die Weihnachtsfeiertage liegen hinter uns. Gemütlich haben die Familien zusammen gefeiert. Zu Weihnachten gehört natürlich auch ein festliches Menü. Des Schweizers Traditionsmenü ist Fondue Chinoise oder Bourguignonne. Nach Orignalrezept werden dazu die Filetstücke des Rindes verwendet. Es ist nur ein Bespiel. Natürlich werden noch viele andere feine Menüs gekocht, auch ohne Fleisch. Aber bestimmt gilt das Filet als der Festtagsrenner, ob Schwein, Rind oder Lamm. Die Einkaufsregale in den Supermärkten waren voll davon. Die Menschen drängten durch die Fleischregale (welche ich in grossem Bogen mied), überladene Einkaufskörbe wurden durch die engen Gänge geschoben.

Weihnachten war vorbei, ich ging wieder einkaufen. Am Eingang präsentierte sich mir ein riesengrosses Regal mit Rollschinken, alle zum ½ Preis, weil das Verkaufsdatum bald abgelaufen war. Konnte das Fleisch nicht noch an Herr und Frau Schweizer gebracht werden, landete es im Müll.

Wie war das beim Festtagsbraten? Hat man an das Wesen, von welchem ein Stück auf dem Teller lag, gedacht, ihm gedankt, für den Weg, den es für uns gegangen ist?

Genau dieses Bewusstwerden möchte ich mit diesen Zeilen erreichen. Ich bin keine Freundin von Statistiken und doch sind sie gerade in diesem Moment für mich sehr wertvoll. Ich finde die Zahlen sehr eindrücklich, regen mich zum Nachdenken an. Aus
102‘040‘000 Hühnern oder Hähnen,
2’659’128 Schweinen,
374’325 Rindern,
249’479 Kälbern,
werden jährlich in der Schweiz Fleisch „produziert“ (ein Ausdruck der entsprechenden Branchenorganisationen). Natürlich kommen noch Pferde, Schafe/Lämmer, Kaninchen und all das Fleisch aus dem Import hinzu.

Welche Wertschätzung wir den Farmtieren entgegenbringen, zeigt mir alleine der Ausdruck „Produktion“. Das ein Lebewesen als Produkt bezeichnet wird, stimmt mich sehr nachdenklich. Jedes Lebewesen, auch wenn es uns als Nahrung dient, hat Respekt, Achtung, Dank und artgerechte Lebensumstände verdient.

In der Arena von Tafalla ist während eines Stierkampfes ein Stier über eine doppelt abgesicherte Barriere (1.65 m und 2.35 m) in Menge der Zuschauer gesprungen. Verletzt wurden dabei ca. 40 Personen.

Gelernt haben die Menschen bei diesem Zwischenfall nichts, denn Stierkämpfe dürfen in dieser Arena weiterhin abgehalten werden.

Hingegen konnten sich im spanischen Katalonien die Tierschützer durchsetzen. Ab 2012 werden dort keine Stierkämpfe mehr durchgeführt. Ein Meilenstein in der traurigen Geschichte der Stierkämpfe konnte endlich gesetzt werden. Ein Meilenstein für die Tiere generell, welche in Spanien nun wirklich nichts zu lachen haben…

Mir ist die Geschichte vom kleinen Stier Ferdinand eingefallen, einen Trickfilm, welchen ich aus Kindestage kenne. Auf Youtube bin ich fündig geworden. Ferdinand ist einfach genial! Wären sie doch alle so…

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