Farmtiere

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Diese Woche hatten Wakass und Ambra Tierarztbesuch. Ich habe mich entschlossen von beiden eine Blutnosode herstellen zulassen, um der Zeckenplage entgegen zu wirken.

Als ich bei Heidi Garo, meiner Tierheilpraktikerin, die Bluttropfen vorbeibrachte, damit sie mir die Nosode herstellen konnte, stand plötzlich ein Lämmchen vor mir, ein Schwarznasenlamm. Heidi Garo hat es adoptiert.

Dieses Lämmchen hätte der Besitzer der Schafherde jämmerlich zugrunde gehen lassen, einfach verhungern. Heidi Garo zieht es nun mit der Flasche auf. Es wird bis an sein Lebensende mit den beiden anderen, ebenfalls mit der Flasche aufgezogenen Schafen bei ihr bleiben dürfen.

Das Lämmchen kam sofort auf mich zugelaufen, beschnupperte meine Hosen, meine Schuhbändel und liess sich von mir streicheln. Es zeigte überhaupt keine Scheu. Dann kamen die beiden Hunde. Dieses Bild war einfach unbeschreiblich. Wie sanft die beiden Rüden zu diesem Lämmchen waren. Sie nahmen es in ihre Mitte und liessen das kleine Wesen an sich schnuppern und kuscheln. Ein märchenhaft schönes Bild. Wie im Paradies.

Ich bin glücklich darüber, dass es Menschen wie Heidi Garo gibt. Von ihr könnten so viele Menschen lernen. Es ist schön zu sehen, wie ihre Tiere harmonisch mit einander umgehen. Wirklich ein kleines Paradies, der Garohof.

www.garohof.ch

 

Ich liebe die Weihnachtsfeiertage sehr. Ich bin wirklich nur noch selten vor dem Fernseher anzutreffen und wenn, dann sind es Sendungen über die Natur oder die Tiere, welche mich noch fesseln können.
Über die Feiertage ist es aber immer ganz anders. Da kommen meine Klassiker. Michel von Lönneberga, drei Nüsse für Aschenbrödel und wie die Weihnachts-Märchen alle heissen. Auch wenn ich sie schon zigmal gesehen habe, ich schaue sie mir immer wieder mit Freuden an. Und zufälligerweise hat mich das Einschalten des Fernsehers in eine Sendung geführt.

Da wurde von einer Franziskanernonne berichtet, Schwester Theresia, welche sich im Felsentor auf dem Rigi den „Nutztieren“ angenommen hat. Es sind alles Tiere, welche beim Schlachter freigekauft worden sind. Schweine, Kühe, ein Stier, Schafe…..
Diese Frau pflegt die Tiere mit grösster Liebe und Hingabe. Ihr Herz schlägt besonders für die Schweine. Es waren unglaubliche Bilder, welche ich in dieser Sendung zu sehen bekam. Das Team vom Fernseher bemerkte auch, wie der Schweinestall überhaupt nicht nach Schweinestall roch, weil den Tieren die Möglichkeit gegeben wird, sich ausserhalb des Stalls bei ihren eigenen „Toiletten“ zu versäubern. Schweine seien äusserst reine Tiere mit einer sehr empfindlichen Nase, berichtete Schwester Theresia. Wenn sie eine Wahl hätten, würden sie niemals ihr Nest beschmutzen. Deshalb sei die industrielle Haltung der Tiere zusätzlich qualvoll für sie. Sie sagte auch, dass die Menschen oft mehr über das Leben von wildlebenden Tieren wissen als über dasjenige des Hausschweins oder der „Nutztiere“ generell.
Schwester Theresia bietet im Felsentor Tierschutzkurse für Schulklassen und andere Interessierte an.

Mich hat diese Sendung sehr beeindruckt, so sehr sogar, dass ich einfach darüber schreiben muss. Nicht zuletzt deshalb, weil es noch keine zwei Wochen her ist, dass mir ein lieber Mensch schrieb, wie schrecklich das Wort „Nutztiere“ doch sei. „Wann werden diese Tiere mit den wundervollen sanften Augen, dem tiefen schnauben und der beruhigenden Wirkung, wenn man ihnen in die Augen sieht, irgendwann den Respekt bekommen, den sie verdienen“?
Diese Frage bleibt (leider) offen. Aber gerne helfe ich mit diesem Artikel bei, diese Tiere den Menschen wieder ins Bewusstsein zu rufen.

Warum nennen wir diese Tiere „Nutztiere“? Weil sie so, wie sie momentan vom Menschen noch behandelt werden, benutzt werden. Sollten wir uns nicht vermehrt fragen, welche Bedeutung hinter den Wörtern steht? Holen wir uns doch einfach einmal ins Bewusstsein, was für einen Weg ein Stück Fleisch auf dem Teller gegangen ist. Braucht der Mensch überhaupt täglich ein Stück Fleisch? Wäre ein massvoller Umgang mit diesem Nahrungsmittel für den Menschen nicht gesünder? Weniger Fleisch essen würde für die Tiere bessere Lebensqualität bedeuten, weil es so keine Massenproduktionen mehr geben müsste. Wenn wir weniger Fleisch essen, können wir auch mehr dafür bezahlen. Je billiger das Fleisch ist, desto leidensvoller der Weg des Tieres war.

Tierseelen schauen in Menschenseelen.

Sind sie nicht schön, unsere Farmtiere? Auch sie besitzen eine Seele, genauso wie die Haustiere auch.

Es gibt auch Bauern mit Herz, man muss sich nur umschauen. www.garohof.ch

Am 4. Oktober ist Welttiertag – Franz von Assisis Gedenktag. Er galt als Schutzpatron der Tiere und konnte gemäss Legende alle Lebewesen verstehen und sogar mit ihnen reden.

Der Welttiertag wurde 1931 in Florenz gegründet und ruft Grundwerte wie Respekt und Fürsorge für die Tiere jedes Jahr wieder in Erinnerung.

Für viele Menschen sind Tiere immer noch seelenlose Wesen. Selbst die Kirche ist dieser Ansicht. Diese von Menschenhand erschaffenen Institutionen dürfen deshalb ohne schlechten Gewissens hinterfragt werden. Ich bin mir nämlich ganz sicher, dass Gott jedem Wesen eine Seele geschenkt hat. Tiere haben Gefühle, wie wir Menschen auch. Sie drücken sie einfach anders aus.

Die Schweizer gelten zwar als tierliebend, aber oft müssen wir uns im Alltag eines besseren belehren lassen. Misshandlungen, Vernachlässigungen oder gar Tierquälereien sind leider immer wieder anzutreffen. Tiere können nicht selber für ihre Anliegen einstehen, also können wir ihnen nur helfen, indem wir hinschauen und reagieren.

Am 4. Oktober ist Welttiertag, mögen sich an diesem Tag viele Herzen für die Tiere, die Tierseelen, öffnen.

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