Haustiere

 

Das Wylerbad ist für Bernerinnen und Berner eines von mehreren Freibädern. Seit 3 Jahren gesellt sich da ein neuer Gast dazu, Tüpfli die Katze. Eigentlich könnte man meinen, Katzen sei das Element Wasser nicht so zugetan. Wenn aber der Ort passt… Sie hat sich jedenfalls genau diesen Ort als ihr neues Zuhause ausgewählt. Die Gäste wie das Personal erfreuten sich an der Glückskatze, wären da nicht die Paragraphen der Badeverordnung gewesen. Im Winter will Tüpfli nämlich partout ins Hallenbad an die Wärme gehen, vorzugsweise ins Sanitätszimmer. Dem Sportamt war das ein Dorn im Auge.

Schüler- und Schülerinnen haben sich für die Katze eingesetzt und nun zeigte auch das Sportamt Herz. Tüpfli darf im Wylerbad bleiben. Über die Wintermonate wird ihr im zweiten Sanitätszimmer eine warme Stube eingerichtet. Ein schönes Happy-End für Katze Tüpfli. Sie wird also weiterhin die Badegäste des Wylerbades mit ihrem Dasein erfreuen können.

Tüpfli hat es übrigens geschafft, vier Mal in die Tagespresse der Region Bern zu gelangen. Was für eine eindrückliche Persönlichkeit sie doch ist ;-).

Unser Hund Wakass erhält jeden Tag eine Knochenmahlzeit. Diese gebe ich ihm immer zum Frühstück. Genussvoll kann er den Tag mit gemütlichem Kauen beginnen. Der absolute Leckerbissen sind die Kalbsbrustbeinknochen. Man kann den Genuss förmlich in seinem Gesicht ablesen. Am Vorabend wird der Knochen aus dem Tiefkühler geholt, damit er auch wirklich frisch ist.

Letzten Sonntag hat mein Mann den Knochen geholt, ist mir zur Hand gegangen. Er hat ihn auf einem Teller auf der Kombination bereitgelegt. Ich selber lasse den Knochen immer im Frigo auftauen. Natürlich habe ich nicht bemerkt, dass der Knochen auf der Kombination lagert.
Als ich am Morgen aufstand, Wakass sein Frühstück geben wollte, lag da nur noch ein kleines Stück vom Knochen, – der harte Kern – etwa in der Grösse eines Fünffranken-Stückes. Die Spuren auf dem restlichen Stück liessen klar erkennen, wer da am Werk gewesen ist. Nein, nicht Wakass. Auch Katzen mögen wohl diesen absolut leckeren Knochen. Bei Wakass gab es natürlich ein langes Gesicht, als er den spärlichen Rest noch erhalten hat.

„Katzen und Knochen?“ habe ich mich gefragt. Klar, weil schliesslich sind sie kleine Raubtiere. Lässt man sie ihr natürliches Leben leben, sind sie offensichtlich in der Lage, auch von einem (etwas weicheren) Knochen zu zehren. Gute Zähne und eine starke Kaumuskulatur ermöglichen ihnen das. Auf ihren kleinen Raubzügen müssen sie die Nahrung ja auch selber zerkleinern können. Und, natürliche Nahrung ist immer die beste Nahrung. So können sie sich das holen, was sie auch wirklich brauchen. Wenn ein ausgewähltes Menü eines Tieres bei uns Ekel auslöst, kann gerade diese Futtermahlzeit für die Tiere sehr gut und lecker sein. So sind wir eben unterschiedlich und jedes einzigartig.

Geschmeckt muss er haben, die A-Ladies hatten nämlich die Wahl zwischen ihrem stets zur Verfügung stehenden Futter oder eben diesem Knochen. Gütlich getan haben sich zwei der Ladies, Aline und Ambra. Auch wenn ich es nicht gesehen habe, habe ich es gesehen ;-). Schöner hätten sie mir nicht zeigen können, was sie auch gerne möchten. Sie werden ab jetzt natürlich immer ein Stück von diesem leckeren Knochen haben dürfen, ihn teilen mit Wakass. Es muss ja nicht nur das Sofa sein, sagt der grosse Bruder.

Wer einen Menschen kennt, welcher im Tierschutz arbeitet, weiss wovon ich hier spreche. Tiere gelten zwar nach neustem Tierschutzgesetz in der Schweiz nicht mehr als Sache, werden aber leider immer noch oft als solche behandelt, da sprechen die stets voll besetzten Tierheime ihre eigene Sprache. Wenn man ein Tier nicht mehr will oder es Probleme bereitet, ist das leider für viele Menschen eine praktische und schnelle Lösung.

Ein immer mehr auftretendes Phänomen ist die Tierhortung (animal hoarding). Wikipedia beschreibt diese Krankheit ausführlich ( Wikipedia). Angestellte des Tierheimes dürfen dann die völlig verwahrlosten Tiere aus solchen Wohnungen/Häuser unter grossem Aufwand wieder gesundpflegen, bis sie überhaupt wieder vermittelbar sind. Aber nicht nur die Tiere brauchen Hilfe und Unterstützung, sondern die Menschen mit ihrer Krankheit ebenfalls, auch wenn es für viele Aussenstehende auf den ersten Blick unverständlich ist.

Leider gibt es aber auch Menschen, die mit Tieren unter dem Decknamen Tierschutz (Strassenhunde etc.) ein übles Geschäft betreiben. Es lohnt sich hier wirklich, gut hinzuschauen, an welche Organisation man sich wendet, ob diese wirklich seriös arbeitet. Man sollte sich immer einen Blick hinter die Kulissen solcher Organisationen verschaffen. Auffangstationen sollten nicht nur von aussen besichtigt werden. Wo Zutritt unter fadenscheinigen Ausreden verwehrt wird, stimmt etwas nicht!

Auf das Thema Tierschutzfälle bin ich gestossen, weil ich eine Familie mit ihren Hunden kennen gelernt habe. Einer dieser Hunde wurde von der Familie aus einer Organisation, welche „Hunde in Not“ vermittelte, adoptiert. Im Inserat stand „Verdacht auf exokriner Pankreasinsuffizienz“ (Erkrankung der Bauchspeicheldrüse), die Familie hat den Hund trotzdem adoptiert. Der Hund, eine Deutsche Dogge, war bis auf die Knochen abgemagert, wog gerade noch 26 kg. Es stellte sich dann später heraus, dass der Hund nicht an der Bauchspeicheldrüse erkrankt war, sondern einfach total mangel-/unternährt war.

Mittlerweile hat die Familie erschreckende Tatsachen erfahren müssen, ihr Hund stammte aus dem Zarenhof, welcher zumindest in Deutschland Schlagzeilen gemacht hat. (mehr zu lesen hier: Zarenhof )

Für Baxter hat es ein grosses Happy-End gegeben. Er hat eine verständnisvolle (und das brauchte er in der Tat) und liebevolle Familie gefunden, welche für ihn alles tut, damit er den Weg ins normale Hundeleben finden kann.

Baxter, ich finde du hast dich zu einem tollen und schönen Hund entwickeln dürfen, wobei dich deine Familie mit ganz viel Liebe unterstützt hat und es natürlich immer noch tut. 🙂

Das ist das Objekt der Begierde

Die Jägerin

Der Spielverderber

 

Hei, schau mal, eine Grille, die fang ich jetzt gleich. Hilfst du mit?


Nein, ich mag nicht Grillen fangen, ich möchte viel lieber ein bisschen Zeitung lesen und Ruhe haben. Lass doch dieser Grille ihren Frieden.


Ohh, du bist so langweilig, immer wenn’s grad lustig wird….


…dann schaue ich halt ein bisschen in der Gegend herum.
OK, da helfe ich mit.


Aber denke ja nicht, dass ich im Rücken keine Augen habe! Jetzt lass doch mal diese Grille!


NEEEIIIIN, die will ich jetzt haben und ein bisschen spielen.

 

Ohhhh, jetzt ist sie weg. Du bist ja vielleicht ein Spielverderber.

 

 

Diese Grille hat Glück, dass Wakass in der Nähe war. Nebst Mäusen ist Aline eine passionierte Jägerin auf Grillen, Libellen und Schmetterlingen. Die Schmetterlinge trägt sie wie einen Schnuller im Fang nach Hause. Dies ermöglicht mir meistens, diesen wunderbaren Wesen wieder die Freiheit schenken zu können.

Die Tierheime in der Schweiz sind voll. Voll von Tieren, die auf ein neues zu Hause warten. Ja, meistens ist es ein neues Zuhause. Sie wurden abgeschoben, abgestellt oder abgegeben, weil sie nicht mehr in den Lebensrahmen des Menschen passten. Manchmal sind es familiäre Gründe. Menschen sterben oder Paare trennen sich und beide gehen wieder einem Beruf nach. Hier kann man den Weg ins Tierheim etwas besser nachvollziehen.

Ein grosser Teil der Tiere landet aber im Tierheim, weil ihre Vorbesitzer sie nicht mehr wollen. Sie passen nicht ins Ferienkonzept, sind nicht mehr das süsse Tierbaby, waren nicht das, was sich der Mensch vorgestellt hat oder die Menschen kommen mit den Tieren nicht klar, weil sie sie nicht verstehen. Wie eine Ware werden diese Tiere abgeschoben. Dann gibt es noch die Tiere, welche vom Tierschutz beschlagnahmt werden, weil sie entweder misshandelt, gequält oder vernachlässigt wurden.

Ändern kann ich daran nichts. Es sind Tatsachen, die sich bei Tieren aber auch bei Menschen abspielen. Alle Lebewesen leben ihr Leben, welches ihnen aus was für Gründen auch immer so vorbestimmt ist.

Was ich aber tun kann, ist, das zuweilen unachtsame Verhalten der Menschen ins Bewusstsein zu rufen. Tiere sind Lebewesen und keine Wegwerfware. Sie besitzen eine Seele, genau gleich wie wir Menschen auch. Auch wenn sie kleiner oder schwächer sind als wir, heisst das nicht, dass sie respektlos oder verantwortungslos behandelt werden dürfen.

Wer ein Tier in seine Obhut nimmt, sollte sich vorher bewusst sein, dass er ein Lebewesen mit einer Seele aufnimmt. Egal wie klein dieses Wesen ist. Der Mensch trägt eine Verantwortung.

Ein Tier muss immer artgerecht gehalten werden. Sich über die Lebensweise, Bedürfnisse und Pflege der Tiere vor einer Adoption zu informieren, ist ein MUSS.

Man sollte sich auch immer bewusst sein, dass nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist mit einem Lebewesen, welches einfach anders ist als der Mensch. Man lebt ja schliesslich zusammen. Wenn man aber die täglichen Herausforderungen gemeinsam mit den Tieren löst, kann man wachsen und lernen. Ein Lebewesen abzuschieben, nur weil es gerade schwierig wird oder es nicht mehr ins Konzept passt, sind sehr niedrige Beweggründe.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass die Menschen achtsam gegenüber diesen Lebewesen werden und dass alle Tierheim-Tiere bald ein schönes neues Zuhause finden.