Haustiere

 

Hallo Du

Ich bin Dein Hund und möchte dir etwas sagen.

Du hast mich zu dir geholt, als deinen besten Freund, als Begleiter, als Teil deiner Familie. Schau mich an, gerade jetzt, wo du so beschäftigt bist. Kannst du verstehen auf welche Art ich mit meinen Augen in deine Seele schaue? Kannst du meine Seele erkennen, ein Wesen, dass dich bedingungslos liebt wie es ein Mensch noch kaum kann? Ein Wesen, welches alle deine Versäumnisse vergeben kann?

Ich weiss, dass du immer viel zu tun hast: Geld verdienen, Familie, dass du mal hierhin und dann wieder dorthin gehen musst. Oft fehlt dir die Zeit, um die schönen Dinge des Lebens zu sehen und zu geniessen.

Wenn du mich anlächelst sehe ich es in deinen Augen. Was erkennst du in meinen Augen? Kannst du mein Wesen erkennen, ein Wesen, dass dich so sehr liebt, wie niemand sonst es könnte? Weil ich dich so sehr liebe, berühren mich deine Sorgen und können mich manchmal auch krank machen. Vielleicht bin ich morgen schon nicht mehr hier, vielleicht in einem Jahr. Eines Tages wirst du um mich weinen, so wie ihr Menschen das tut, wenn ihr traurig seid.

Nimm dir Zeit und nimm mich bewusst wahr. Komm zu mir als lebende Seele. Lass uns spielen und glücklich sein. Schmuse mit mir, setz dich zu mir auf den Boden zum wohligen Kuscheln. Komm zu mir als Mensch und nicht als Trainer oder Alphatier. Gib mir Sicherheit, führe mich souverän aus heiklen Situation. Lass mir aber bitte Zeit, mein Leben zu erforschen und Hund sein zu dürfen. Beim Hunde(Menschen)sport, Joggen oder Radfahren mit dir, habe ich diese Möglichkeiten nicht. Schnüffeln und neue Gelände erforschen, das ist meine Welt.

Du hast beschlossen, mich an deinem Leben teilhaben zu lassen, weil du wolltest, dass eine Seele alles mit dir teilt. Du wolltest ein Wesen, welches anders ist als du. Du bist ein Mensch, ich ein Hund, aber beide sind wir lebendig und beide besitzen wir eine Seele. Ich habe Gefühle, genau so wie du sie auch hast und doch kann ich die Unterschiede in unseren Wesen fühlen. Mit all deinen Macken und Fehlern bist du für mich menschlich und ich liebe dich dafür über alles.

Schau die Welt mit meinen Augen an, schau in meine Seele und spüre meine Gefühle. Nimm dir die Zeit mit mir. Das Leben kann so kurz sein.

Dein dich über alles liebender Hund

Alle Jahre wieder kommt er, der Jahresabschluss. Viele fröhliche Partys werden gefeiert und ganz gespannt wartet man auf den Jahreswechsel. Dieser wird immer mehr mit schönen Feuerwerken gefeiert. Menschen stehen draussen und bestaunen die farbenprächtigen wunderschönen Formen.

Hier in der Schweiz ist der Nationalfeiertag, der 1. August, immer ein Grossanlass für diese Feuerwerke. Seit einigen Jahren wird nun auch der Brauch des Silvester-Feuerwerkes aus dem Ausland übernommen und findet hier immer mehr gefallen. Gefallen für die Augen der Menschen.

Wie ist es bei den Tieren mit den Feuerwerken? Ich kann sehr gut verstehen, dass Menschen ohne Haustiere sich diesbezüglich noch nie Gedanken gemacht haben. Das Farbenspiel ist ja wirklich sehr verlockend. Wer aber Tiere besitzt, sieht, was diese Feuerwerke bei den Tieren auslösen (und bei diesen Menschen kann ich kein Verständnis aufbringen, wenn sie Feuerwerkskörper anzünden!). Es sind ja nicht nur die Haustiere, die unter den Knallern und Heulern zu leiden haben. Nein, gerade auf dem Land betrifft dies auch alle Farm- und Wildtiere. Und natürlich betrifft es auch die ganze Natur. Der rauchige Gestank ist noch am nächsten Tag zu riechen, man stelle sich das einmal weltweit vor.

Der Mensch hört ca. 20 – 20’000 Hz, der Hund ca. 15 – 50’000 Hz, die Katze ca. 60 – 65’000 Hz. Für Katzen und Hunde müssen diese Feuerwerkparties äusserst schmerzhaft, eine Tortour sein, weil ihre Gehöre so fein sind. Gewisse Hunde ertragen Knaller besser, weil bei ihnen eine Schussfestigkeit eingezüchtet wurde. Andere Hunde haben aber gerade das Gegenteil in ihren Genen, die Schussscheuheit.

Mit einer Kommunikation bereite ich unsere Tiere immer auf das, was passieren wird, vor. Sie wissen, dass wir zu Hause bleiben und für sie da sind. Leise feine und beruhigende Musik ist für sie im Hause eingeschaltet.

Unsere Katzen verkriechen sich trotz allen Vorbereitungen jeweils in den Keller. Wakass hat diese Feste und auch Gewitter bis jetzt immer gut verarbeiten können. Er ist zwar bei jedem Knall kurz aufgestanden, konnte sich aber gleich wieder fangen. Was wir aber bei Tjara gesehen haben, war wirklich schlimm. Sie war panisch. Sie wurde immer aufgeregter und hächelte völlig gestresst. Sie lief von einem Zimmer ins andere und wusste nicht, wo sie sich verziehen konnte. Die Feierlichkeiten waren längst vorbei, aber Tjara konnte sich lange nicht beruhigen. Ich weiss, dass man den Hunden in den Situationen ihrer Angst keine Beachtung schenken soll. Mit Trösten bestätigt man die Angst und macht sie noch grösser.

Aber wie soll man ein solches Verhalten nicht beachten? Mir hat es in der Seele wehgetan, wenn ich Tjara so gesehen habe. Etwa um 3.30 Uhr konnte sie sich endlich entspannen, zwischen mir und meinem Mann. Ach mir war das so etwas von egal. Sie brauchte in diesem Moment unseren Körperkontakt, hat ihn bei uns im Bett gesucht und ihn auch bekommen. Ihr Kopf lag auf meinem Bauch und endlich kam bei ihr der von mir lang ersehnte tiefe und Entspannung bringende Ausschnaufer.

 

…meiner Tierfamilie

Ich stecke ja schon wieder mitten in den Vorbereitungen für die bevorstehenden 4 Tage in Maienfeld. Ich bin schon froh, dass nicht jeder Block alle zwei Wochen stattfindet. Eben erst hatte ich alle meine Notizen aufgearbeitet.

Also wollte ich heute ausschlafen, waschen und die Wohnung gründlich putzen. Dazwischen wären noch die Spaziergänge mit Wakass gewesen.

Bis 7h habe ich ausgeschlafen. Als ich mir mein Frühstück zubereiten wollte, fiel mir sofort auf, das Aisha und Aline vor der Büchervitrine hockten. Was das jeweils heisst, war mir sofort klar. Katzen raus, Hund raus und ich holte meine mausbekannte blaue Schaufel mit Besen. Mit Fraukraft (Morgengymnastik) schob ich die Vitrine zur Seite und schon rannte die Maus flink davon hinter den Zeitungsständer. Zweiter Versuch. Nein, die bl….Maus wollte partout nicht auf meine Schaufel kommen. Was machte sie stattdessen? Sie fand ein kleines Loch in der Futtertheke der Katzen. Jetzt hatte ich wirklich ein kleineres Problem. Diese Theke ist nicht verschiebbar. Sie wurde durch den Schreiner fest montiert. Also schnappte ich mir meine Jacke und fuhr in die Landi, um Speck und Mäusefalle einzukaufen. (eine, in der die Maus lebendig bleibt ;-)).

Zuhause musste ich erst einmal die Futtertheke leeren, sonst könnte sich die Maus ja anstelle des Specks hinter andere Leckereien hermachen.

Oh Gott, ich wusste gar nicht, dass ich so viel Katzenfutter vorrätig habe. Dann waren da noch all die Leckerchen für Wakass. Wohin mit dem Zeugs? Die Wakass-Leckerlis landeten auf der Kombination, der grosse Trockenfuttersack der Katzen in der Toilette des Erdgeschosses. Sorgsam schloss ich die Türe. Die Mäusefalle habe ich im Schrank der Theke platziert, dort befindet sich nämlich ein Lüftungsloch, wo Mäuschen hochklettern könnte.

Kurzes Frühstück und dann ging’s endlich auf den Spaziergang mit Wakass. Als ich nach Hause kam, traute ich meinen Augen kaum. Alle Gudelis von Wakass lagen wild verstreut über die ganze Kombination verteilt. Katzenparty, die haben mich aber genossen! Als könnten sie kein Wässerchen trüben, sassen Aline und Aisha da und schauten mir interessiert zu, wie ich die Bescherung wieder wegräumte.

Kaum war ich damit fertig, rief mich meine Freundin an. Ihrer Katze ginge es sehr schlecht sie liege nur noch teilnahmslos da und sie bat mich deshalb, um eine Kommunikation. Liebe Aisha, ich danke dir von ganzem Herzen für deine Botschaft. Ich war nämlich so in Fahrt, ich glaube ich wäre in diesem Moment absolut nicht in der Lage gewesen, zu kommunizieren. Aisha zeigte mir aber ein Bild ihres Bisses in den Hinterteil. Ich erklärte meiner Freundin, dass ich keine Kommunikation führen werde, dafür gleich mit meiner Homöopathie-Apotheke vorbeikomme.

Oh weh, die arme Katze war aber an einen argen Artgenossen geraten. Gerade zweimal hat er zugebisssen und zwar richtig fies in den Hinterteil. So gut es ging, haben wir der Katze die Haare geschnitten, die vier Wunden ausgewaschen und haben sie notfallmässig versorgt. Aber wir mussten natürlich trotzdem noch zur Tierheilpraktikerin fahren. Bis dahin wollte ich aber wieder nach Hause gehen, ich hatte ja noch so ein paar Sachen im Programm.

Zuhause öffnete ich die Haustüre. Wakass sass bereits da. Keine Begrüssung. Keine Begrüssung? Nein, aber ein Blick, als könne er kein Wässerchen trüben. Hatte ich das nicht schon einmal erlebt heute? Oh neiiiiin…die Toilettentüre des Erdgeschosses stand offen. Ich hatte ja meine Homöopathie-Apotheke dort rausgeholt. Der Katzenfuttersack hatte ein grosses Loch. Genau 300 g fehlten daraus, ich hab’s extra nachgewogen. Was soll ich dazu sagen? Hundeparty. Meine Tierfamilie hat mich heute wirklich gefeiert.

Die Maus ist wieder draussen, die Katze meiner Freundin auf dem Weg der Genesung und ich bin fix und fertig.

Übrigens, heute ist Dienstag, der 8. Dezember. Für alle Freitag, der 13. Abergläubischen, es kann durchaus auch ein anderer Tag sein :-).

Beim Scheiben dieser Zeilen bin ich bereits wieder am lächeln. Ich liebe meine Tierfamilie einfach über alles.

Aus dem Tagebuch von Michèle

Als ich nach dem Wochenende wieder meine Arbeit aufgenommen habe, überraschte mich mein Chef total. Er hat mich angefragt, ob ich in der Schülerzeitung nicht etwas über Hunde schreiben möchte. Die Idee fand ich natürlich super und ich habe mir gleich Gedanken gemacht, was ich den Schülerinnen und Schülern in Bezug auf die Hunde in einem kurzen Artikel auf den Weg geben kann. Mein Artikel wird dieser sein.

Liebe Schülerinnen und Schüler

Von meiner Arbeit hier an der OSW gibt es aus eurer Sicht betrachtet nicht so Interessantes zu berichten. Aber ich arbeite ja nur 3 Tage hier. Die beiden anderen Tage gehören hauptsächlich den Hunden. Ich befinde mich mitten in einer Ausbildung zur Hundetrainerin. Und deshalb erzähle ich euch etwas, was euch bei Hundebegegnungen helfen kann.

Hunde haben in unserer Gesellschaft einen sehr, sehr schweren Stand. Sie sollen alle Menschen mögen, Kinder lieben und sich mit jedem Hund verstehen.
Zudem sollen sie beim Versäubern keine Spuren hinterlassen und möglichst nicht bellen.
Hunde müssen die Körpersprache des Menschen verstehen, der Mensch ihre aber nicht. Verhält sich ein Mensch aus der Sicht des Hundes gefährlich oder falsch und es erfolgt eine entsprechende Reaktion, wird beim Hund korrigiert. Hundebesitzer hinterfragen oft das Verhalten ihrer Hunde nicht, Nichthundebesitzer meistens gar nicht.

Ein Hund wird nie böse geboren, er wird höchstens vom Menschen so gemacht, manchmal durch Unwissenheit oder falsches Verhalten. Hunde sprechen mit ihrem Körper, das nennt man Beschwichtigungssignale. Wenn man diese kennt, kann man erkennen, wann dem Hund eine Situation sehr unangenehm ist.

Was Hunde meistens überhaupt nicht mögen, ist, wenn wir Menschen ihnen die Hand zum Schnüffeln vor die Nase halten und ihnen dann noch über den Kopf streicheln. Hier kann man meistens viele Beschwichtigungssignale beobachten. Jetzt seid ihr wahrscheinlich total erstaunt, weil gerade das machen die Menschen ja immer, wenn sie einem Hund begegnen, welchen sie nicht kennen. Und genau in diesen Situationen passieren die meisten Beissunfälle. Kleine Kinder sind da noch mehr betroffen als Erwachsene, weil sie in den Bewegungen oft fahrig und hektisch sind.

Ich zeige euch jetzt einmal die Situation umgekehrt auf. Wie wäre das für euch, wenn ein wildfremder Mensch euch niedlich findet, auf euch zu rennt und euch dann zur Begrüssung über den Kopf streicheln würde? Wäre das für euch angenehm? Hunden widerfährt das tagtäglich mehrmals und sie müssen es einfach über sich ergehen lassen.

Es ist eigentlich ganz einfach. Falls ihr einen Hund gerne streicheln möchtet, bleibt ihr ganz ruhig stehen. So gebt ihr dem Hund die Möglichkeit, selber zu euch zu kommen und mit euch in Kontakt zu treten. Er hat dann die Wahl und kann auch ausweichen, wenn ihm die Situation unangenehm ist.

Eine Menschenregel für die Hunde: Berühre nie einen Hund, welchen du nicht sehr gut kennst.

Und vergesst bitte nicht. Auch Hunde haben eine Seele, genau wie wir Menschen auch.

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michelespiegel


Ich erzähle hier nicht das Märchen von Schneewittchen…Ich möchte hier über Begebenheiten erzählen, die tagtäglich bei Tierbesitzern passieren können.

Unsere Tiere können uns spiegeln. Der Mensch lebt in einer hektischen Welt, wird über die Medien tagtäglich mit negativen Meldungen überflutet und trägt oft zu sich so wenig Sorge wie auch zu seinem Umfeld. Das Bewusstsein für Feinheiten fehlt, die Sinneswahrnehmungen sind ausgeschaltet.

Ich habe beobachtet, dass es Tiere gibt (nicht alle Tiere tun das), die in solchen Situationen beginnen, seinen Menschen zu spiegeln. Auch Kommunikationen mit den Tieren haben mir das gezeigt. Diese Tiere spiegeln dann die Emotionen. Diese können sie in ganz verschiedenen Ausdrucksweisen erkennen lassen: manchmal ganz offensichtlich in gleichem Verhalten (Stress = Stress), manchmal in Form von Krankheiten oder in merkwürdigen Verhaltensweisen. Bei allem steckt immer ein Ziel dahinter, seinem Menschen etwas zu zeigen, seinen Menschen in seinem momentanen Tun zu stoppen, ihn auf einen anderen Weg zu führen.

Wenn wir diese Ausdrucksverhalten ernst nehmen und hinterfragen, können uns die Tiere auf einen neuen Weg führen, den Weg des eigenen Bewusstseins. Auf diesem Weg können wir nur gewinnen.

Ich habe von fünf Tieren drei die spiegeln. Diese Tiere haben mich soweit gebracht, wie ich heute bin. Ich habe die Berufskarriere an den Nagel gehängt und konnte dafür meine Sinneswahrnehmungen verfeinern. Ich lebe wieder, um zu leben und nicht um Geld zu scheffeln und mir damit gefühllose Statussymbole anzuschaffen.

Diese drei Tiere haben mir jedes auf seine Art und Weise gezeigt, welches die wahren Werte des Lebens sind.

Tiere können unser Seelenspiegel sein – Tiere können unser Seelenheil sein.