Insekten/Weichtiere

  • Seite 2 von 2
  • <
  • 1
  • 2

Dieses Jahr im Frühling sah er so aus, unser Zwetschgenbaum.

So reichhaltig er geblüht hat, so reichhaltig war die Ernte. Der Baum war über und über mit Zwetschgen behangen. Da wir unseren Baum schon lange nicht mehr geschnitten haben, war es uns unmöglich, mit einer Leiter an die Früchte zu gelangen. Wir halfen uns mit einer Plane aus und schüttelten das Obst vom Baum.

Aufgefallen ist mir, dass vor der Erntezeit bereits einige Zwetschgen auf den Boden gefallen waren, scheinbar reif. Es waren die Zwetschgen mit Kleinstlebeweseinhalt 😉 . Unsere Ernte war wirklich reichhaltig, die Zwetschgen absolut nicht mit Würmern befallen.

Beim Schütteln des Baumes flogen eine Unmenge von Wespen auf. Zuerst war ich etwas erschrocken. Die Wespen flogen aber ganz langsam um meinen Kopf und ich verhielt mich beim Einsammeln der Zwetschgen ganz ruhig.

Die Wespenart hat einen ziemlich langen Körperbau, sah anders aus, als ich es mir von Wespen gewohnt bin. Ein Zeichen mich mit diesem Wesen, welches an unserer Hausmauer und in unserem Gartengrill wohnt (da wir kaum Fleisch essen, war das für uns überhaupt kein Problem), zu befassen.

Bei dieser Art handelt es sich um die Gallische Feldwespe. Die sehr nützlichen Insekten verteidigen sich nur bei Störung am Nestbau gegen den Menschen. Ansonsten sind sie sehr friedlich. Sie ernähren sich räuberisch von anderen Insekten und Spinnen, aber auch von Blütennektar. Fenchelblüten mögen sie ausgesprochen gerne, das kann ich in meinem Gemüsegarten beobachten. Aber mit Sicherheit mögen sie unsere rein biologischen Zwetschgen auch sehr gerne.

Wer gerne draussen isst und sich durch Wespen belästigt fühlt: Es reicht oft bereits, wenn man an einer anderen Stelle ein bisschen von der leckeren Mahlzeit, welche die Wespen anzieht, bereitstellt. Auch sie essen gerne in Ruhe. So ist beiden Seiten geholfen.

Die ersten warmen Frühlingsstrahlen haben diese Käfer aus dem Boden gelockt, die Feuerwanzen. Es war einer meiner ersten Gänge mit dem Fotoapparat durch meinen Garten. Ich habe mich über das Erwachen dieser schönen Käfer gefreut und ein paar Fotos gemacht, Käfer im Frühlingsliebesrausch 🙂 .

Mittlerweile haben wir an dieser Stelle einen kleinen Steingarten angelegt. Die Eier des Käfers blieben aber verschont. Letzte Woche erschien wieder für ein paar Stunden die Sonne und mir präsentierte sich dieses Bild.

Gerade in warmen Sommermonaten kann man die auffällig gefärbten Feuerwanzen entdecken, in Baumstämmen oder auf Steinen, in deren Umgebung es reichlich Nahrung gibt. Sie saugen gerne Pflanzensaft und ernähren sich von Laub und Samen, aber auch von Aas und Insekteneiern. Diese kleinen Tierchen sind für mich sehr wertvoll und halten mir den Garten in einem natürlichen Gleichgewicht. Sie richten keinen Schaden an. Die Feuerwanzen gelten als Nützlinge!

Die Wanzen überwintern in Mitteleuropa als ausgewachsene Tiere. An warmen Tagen ab Mitte März verlassen sie ihre Überwinterungsquartiere im Boden und bereiten sich auf die Paarungszeit von April bis Mai vor.

Vor einigen Wochen fand ich auf meiner Terrasse ganz viele tote Bienen. Das war natürlich Wasser auf meinen Mühlen. Die Bienen forderten mich auf, über sie zu schreiben.

Leider ist das Leben der Bienen in der Tat kein Honigschlecken mehr. Blumenlose Wiesen, schnelle Kreiselmäher, Parasiten, Pestizide und nach neusten Erkenntnissen nun auch noch die Mobilfunkstrahlen und Starkstromleitungen lassen diese kleinen fleissigen Insekten verschwinden.

Ein Beispiel: Ein Rotationsmähwerk mit Aufbereiter tötet beim Mähen 35 – 60 Prozent der Honigbienen (und natürlich auch andere Insekten).

Bienen sorgen direkt und indirekt für ca. einen Drittel der menschlichen Nahrung, da diese ohne Bestäubung der Pflanzen, (z. B. Obst- und Gemüsesorten, auch Getreide für die Futtermittel der Tiere) nicht gedeihen kann. Wer aber übernimmt das Bestäuben der Blüten wenn es keinen Bienen mehr gibt?

Ich lebe in der Nähe eines Bienenhäuschens. Ja, der Monat Mai ist wahrlich für uns Anwohner kein Honiglecken. Es ist die Zeit des Schwärmens und da können diese Tierchen ganz schön aggressiv sein. In meinem Artikel „die Bienen“ ist zu lesen, wie mir die Bienen näher gekommen sind. So bin ich erst richtig auf sie aufmerksam geworden. Ein wirklich interessantes Wesen, wenn man sich ein bisschen mit ihm auseinandersetzt. Schon nur die grossartige Arbeit, die dieses Insekt leistet.

  • Für ein Honigbrot legt eine Biene rund 2’400 km zurück.
  • 0,05 ml Nektar kann pro Flug gesammelt werden.
  • Für 500 g Honig braucht es 2,5 l Nektar.
  • Für ihren Energiehaushalt braucht die Biene noch einmal 2,5 l Nektar.
  • Für 500 g Honig müssen also 100’000 Flüge oder 75’000 km Flugstrecke absolviert werden.

Diese kleine Aufstellung soll unser Bewusstsein beim Verzehren einer Honigschnitte wecken. Sind wir doch diesen fleissigen Wesen dankbar für ihre grossartige Arbeit und denken das nächste Mal daran, wie viel Energie und Kraft in einem Honigbrot steckt.

  • Seite 2 von 2
  • <
  • 1
  • 2