Tiergeschichten

Letzthin am Abend spät ist mir etwas sehr Spezielles passiert….

Für meine tägliche Meditation habe ich es mir auf unserem Sofa bequem gemacht, und meine mentalen Übungen angefangen. Wie so oft bin ich dabei einem tiefen Schlaf verfallen.

Plötzlich spüre ich etwas Kühles und Feuchtes über meine Stirn fahren. Ich streckte mich genüsslich und dachte: „Ohhh wie schön, ich habe einen Kuss von Wakass gekriegt.“ Seine Nase ist nämlich immer etwas feucht und kühl. Ich drehe den Kopf auf die andere Seite des Sofas, aber da war kein Wakass. Zuerst schloss ich meine Augen wieder und reckte mich noch einmal wohlig. Dann durchfuhr es mich plötzlich. Na, wenn das nicht Wakass war, was war es dann? Ich setzte mich auf, rieb mir einmal die Augen und war immer noch so halbwegs weggetreten. Als ich dann vom Sofa aufstand, sah ich plötzlich auf der Rückenlehne des Sofas einen Frosch sitzen. Zuerst dachte ich wirklich, ich träume…Aber er sass da, ganz echt und schaute mich an. Sein Blick sagte mir: „Lässt du mich jetzt raus?“. Ich sagte ihm, er solle sich nicht bewegen, ich würde rasch ein Becken und eine Zeitung holen. Als ich zurückkam, sass er immer noch am gleichen Platz. Ich habe ihn dann behutsam ins Löcherbecken gesetzt und mit der Zeitung abgedeckt, damit er nicht noch auf die Idee kommt, herauszuhüpfen.

Herr Froschkönig habe ich dann nach draussen in den Regen gebracht. Die Feuchtigkeit hat ihm sicher gut getan. Seine Schutzengel habe ich gebeten, ihn gut zu beschützen, er wurde bestimmt von einer unserer vier Katzen nach Hause gebracht. Sie lieben es, uns zwischendurch mit einem lebhaften Geschenk zu erfreuen…Nicht oft, aber dafür überraschend!

Ich fragte mich dann, wie das eigentlich ist, wenn ein Mensch vom Frosch geküsst wird; würde ich mich jetzt in eine Froschkönigin verwandeln?

Haben Sie gewusst, dass Katzen mit weissen Ohren einen Sonnenbrand kriegen? Ich auch nicht, bis Aline bei uns einzog. Im ersten Frühjahr traute ich meinen Augen kaum. Die Ohren waren dermassen verbrannt, dass sich sogar die Haut ablöste und sich eine Kruste bildete.

Mein Tierarzt empfahl mir damals, die Ohren der Katze mit Sonnencreme Schutzfaktor „so hoch wie möglich“ einzucremen.

Aline mag aber die „Schmiererei“, wie sie es nennt, überhaupt nicht. Ich muss mir immer wieder eine neue Taktik einfallen lassen, damit sie nicht merkt, dass ich mit Sonnencreme in der Hand etwas an ihren Ohren machen will.

Als letztes Jahr Wakass bei uns eingezogen ist, hat Aline die Lösung für sich gefunden. Hund und Katz sind nämlich überhaupt nicht wie Hund und Katz. Nein. Wenn es sein muss, können sie sich schön zusammentun und sich regelrecht gegen uns Menschen verschwören. Vor allem wenn es um Ohreneincremen geht. Sobald die lästige Schmiererei auf Aline’s Ohren ist, läuft sie schnurstracks zu Wakass. Die Katzenwäsche sieht dann so aus.

So, jetzt sind die Ohren wieder sauber!