Vögel

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Wenn wir in dieser Jahreszeit durch den Wald spazieren, können wir es überall hören: Tack, Tack Tack. Der Specht ist am Werk ob bunt, grün, schwarz oder grau, es trommelt aus allen Richtungen.

Kürzlich war ich bei einer Bekannten zu besuch. Sie erzählte mir, dass sie einen Specht beobachtet habe, welcher auf eine Metallhaube eines Elektromastes getrommelt habe. „Das ist wohl ein bisschen ein dummer Specht“ meinte sie lachend. Die Geschichte habe ich dann für einige Tage wieder vergessen, bis ich wieder mit Wakass durch einen Wald spazierte und mir das Klopfen des Spechtes rundherum auffiel. Ich suchte, bis ich einen zu sehen bekam. Ich erzählte ihm die Geschichte vom „dummen“ Specht und fragte ihn, ob er mir erklären könne, warum der andere Specht auf Metall geklopft habe. „Balzen“ war die kurze Antwort. Ich war völlig erstaunt. So einfach, aber ist das nun so? Klar, mittlerweile bin ich mir der Antworten der Tiere sicher. Zu Hause habe ich trotzdem etwas Spechtforschung betrieben.

„Spechte leben meist einzeln in Wäldern, Baumpflanzungen und Gärten. Sie vereinigen sich nur ausnahmsweise, außerhalb der Brutzeit, zu größeren Gruppen. Die Spechte bewegen sich fast nur kletternd, hüpfen ungeschickt auf dem Boden und fliegen ungern weite Strecken.

Eine Besonderheit der Spechte ist, dass sie mit erheblichem Kraftaufwand und erheblicher Ausdauer mit ihrem Schnabel gegen Baumstämme klopfen und dabei das Holz zerspanen, um Futter zu finden, Nisthöhlen zu „zimmern“, ihr Revier zu markieren oder Geschlechtspartner anzuziehen. Diese Tätigkeiten nennt man auch Meisseln (Zerspanen) und Trommeln (Balzverhalten). Es gibt Arten die bis zu 12.000 Mal pro Tag ihren Schnabel gegen Holz schlagen. Das Gehirn nimmt durch diese Schläge keinen Schaden. Ein Specht kann bis zu 20 Schläge pro Sekunde ausführen. Jeder Schlag ist vergleichbar mit einem Aufprall von 25 km/h gegen eine Wand.“

Die Natur hält uns doch einfach immer wieder schöne Geschichten bereit. Und, es gibt keine dummen Spechte 😆 . Im Gegenteil, dieser Specht war besonders schlau, weil sein Trommeln bestimmt viel weiter zu hören war.

Wenn ich mit Wakass am Morgen unsere „Hausrunde“ laufe, sind wir seit ca. 2 Monaten fast nie alleine. Wir haben einen neuen Begleiter gefunden, einen Rotmilan. Es ist für mich ein kleines Wunder. Ich habe im Winter noch nie einen Rotmilan beobachten können.

Dieser Raubvogel fasziniert mich schon lange, seine Schönheit, sein Pfiff, sein Gleiten in der Luft, ich kann mich total vergessen, wenn sich mir dieses edle Tier zeigt. Wir sind in der glücklichen Lage, hier in unserer Region diesen Raubvogel in den warmen Monaten immer bewundern zu dürfen. Offenbar gefällt ihm diese Gegend und er kann seine Nahrungsbedürfnisse hier erfüllen.

Wenn ich auf meinem Spaziergang mit Wakass die Strasse überquere und in Wald einbiege, höre ich bereits das Rufen des Milans. Ein feiner leiser Pfiff. Das Spiel beginnt. Ich pfeife zurück und er antwortet mir wieder. Dann beginne ich zu suchen. Auch wenn ich seine Richtung hören kann, es ist nicht einfach, ihn in den Bäumen zu entdecken, obwohl diese im Moment kein Laub tragen. Also spielen wir zusammen unser kleines Versteckspiel. Er pfeift und ich suche weiter. So begleitet er mich durch den ganzen Wald. Meistens ist er der Sieger. Ich konnte ihn in den Bäumen noch nicht oft sehen.

Aber kaum biege ich auf den Spazierweg am Rande des Waldes ein, erhebt er sich aus seinem Versteck und segelt über meinen Kopf hinweg über das neben mir liegende Feld. Ohne einen Flügelschlag segelt er im Kreise und schaut herunter, einige Minuten lang, bis er seine Kurs ändert und weiterfliegt. Für mich bedeutet dieser Augenblick, dieser Anblick, pures Glück.

 

… brütet im Kanton Jura. Solche Nachrichten höre ich gerne. Wären die Zeitungen voll davon, würde ich glattwegs wieder eine abonnieren.

Vogelkenner entdecken zufälligerweise einen besetzten Steinadlerhost im Kanton Jura in der Schweiz. Dieser Fund kommt einer kleinen Sensation gleich, ist es doch die erste Brut seit über 150 Jahren. Die Vogelwarte Sempach erteilt zum Schutz der Tiere keine näheren Angaben über den Standort des Horstes.

Der Steinadler wurde als „Räuber“ gejagt und fast vollständig ausgerottet. Er kann Beute schlagen, die erheblich schwerer ist als er selber. Auf seinem Speiseplan stehen Murmeltiere, junge Gämsen, Rehkitzen, Füchse, Hasen, und Wildhühner.

Der Steinadler zählt zu der Familie der Habichte und ist der grösste Vertreter der Gattung. Die Geschlechter des Steinadlers unterscheiden sich deutlich in Grösse und Gewicht. Das Weibchen kann eine Körperlänge von 90-100 cm erreichen; das Männchen ist im Mittel rund 10 cm kleiner. Die Spannweite variiert zwischen 190 und 210 cm beim Männchen und zwischen 200 und 230 cm beim Weibchen.

Für mich sind Raubvögel Könige der Lüfte. Ich könnte ihnen stundenlang zusehen, wie sie durch die Luft gleiten und dabei ihre Pfiffe ausstossen.

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