Die Dominanz-Theorie
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Viele Hundetrainerinnen und -trainer glauben immer noch an die Dominanz-Theorie. Und genau das ist sie. Eine THEORIE, welche seit Jahrzehnten auf dem Buckel der Hunde praktiziert wird.
Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, welche die „Dominanz“ beim Hund belegen. Die einzige Grundlage war eine Studie von David Mech aus dem Jahr 1968 über das Alpha-Verhalten bei Wölfen. David Mech hat diese Studie aber widerrufen (http://www.davemech.org/news.html / eine übersetzte Version). Der Schaden bei den Hunden ist aber bereits angerichtet und wird immer noch angerichtet. Ein Umdenken findet leider sehr, sehr langsam statt, nicht zu letzt deshalb, weil viele Hundetrainerinnen und -trainer auf ihren alten „Erziehungs-Rezepten“ sitzen bleiben.
Oft (und das ist leider wirklich sehr oft) höre ich Menschen sagen: „mein Hund ist „dominant“. Frage ich nach, wie dieses „dominante“ Verhalten sich denn zeige, hat es immer etwas mit Verhaltensauffälligkeiten zu tun. Seit den 80er Jahren wird den Menschen in den meisten Hundeschulen (jedenfalls hier in der Schweiz) die Dominanz-Theorie Weis gemacht. Ideen werden weitergegeben wie
- essen Sie etwas, bevor Sie den Hund füttern,
- der Hund darf kein Beutespiel gewinnen,
- der Hund darf nicht oberhalb der Treppe über Ihnen sein,
- ein Hund, der an der Leine zieht, ist „dominant“,
- der Hund darf nicht vor Ihnen durch eine Türe gehen,
- der Hund darf sich Ihnen nicht in den Weg legen,
- der Hund darf nicht im Eingangsbereich oder vor einer Türe liegen,
- der Hund darf nicht….etc.
Schlimme Rezepte wie den „Alpha-Wurf“ oder tagelanges wenn nicht gar wochenlanges Ignorieren wird von vielen Hundetrainerinnen und -trainer empfohlen oder praktiziert.
Was passiert bei einem Menschen, welchen man tagelang oder gar wochenlang ignoriert? Diese Frage kann sich jeder selber beantworten.
Ein Hund in einer Familie möchte nichts anderes als Familienanschluss, einen Teil der Familie sein. Ein Hund bleibt ein Hund. Er lernt bereits im Welpenalter zwischen Hund und Mensch zu unterscheiden. Also warum sollte er uns Menschen „dominieren“ wollen? Falls er überhaupt ein „dominantes“ Verhalten zeigt, dann ganz bestimmt unter seinen Artgenossen.
Was ist ein „dominanter“ Hund?
Ein „dominanter“ Hund ist ein ausgeglichener Hund, welcher es nicht nötig hat, andere Hunde herauszufordern. Er kann in einer Gruppe ohne Konflikte Ordnung halten. Ich nenne einen solchen Hund lieber einen souveränen Hund. Alle Verhaltensmuster, welche von den Menschen als „dominant“ bezeichnet werden, entstehen aus Unsicherheit, Stress oder unbewussten falschen Erziehungsmethoden durch den Menschen und sind den Verhaltensauffälligkeiten zuzuordnen. Sie haben nichts damit zu tun, ob ein Hund auf dem Sofa sitzt, vor der Haustüre liegt oder ein Beutespiel gegen uns Menschen gewinnt.
Ein Buchtipp: „Dominanz, Tatsache oder fixe Idee?” von Barry Eaton (CHF 10.90 / Euro 5.00) Auch für nicht so belesene Menschen geeignet. Liest sich sehr schnell (nur 28 Seiten) und leicht.




7. März 2010 um 23:12
Hallo Michéle,
Sie sprechen mir aus der Seele…unsere Emma ist immer als Erste aus der Tür gegangen, blieb dann stehen und fragte mit ihrem Blick: “welchen Weg nehmen wir denn heute” ?
So halte ich es immer mit meinen Pelzgesichtern, wir arbeiten im Team und sind Partner. Natürlich gibt es Regeln, die auch lebensnotwendig sind, wie z. B. nicht über die Straße laufen, bevor ich “rüber” oder “hopp” gesagt habe.
Liebe Grüße aus Hamburg
Angelika Brahms
8. März 2010 um 22:03
Liebe Angelika Brahms
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Herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Ich freue mich immer sehr darüber, wenn ich merke, dass meine Zeilen auch über die Landesgrenze hinaus gelesen werden
Ja, unsere Pelzgesichter brauchen unbedingt einen schützenden Rahmen in der für sie oft unverständlichen Welt der Menschen. Sie haben das mit Ihrem Beispiel sehr schön aufgezeigt.
Ich wünsche Ihnen noch viel, viel Freude mit Ihren Pelzgesichtern.
Alles Liebe wünscht Ihnen
Michèle mit Enekoh Wakass und den A-Ladies