Stress – Aufbau, Auslöser

Von: Michèle

Diese Seite wurde auf die Seiten der Hundeschule verlegt. Neue Artikel werden zukünftig hier publiziert

Wer einen Hund in seiner Obhut hat, hat die Verantwortung übernommen, ihn zu beobachten.

Jeder Hund hat ein eigenes Wesen und so geht auch jeder Hund auf seine Art und Weise mit Situationen um. Wichtig ist es deshalb, den eigenen Hund gut zu beobachten und seine Körpersprache zu lesen. Achtung: Chronisch gestresste Hunde zeigen oft keine Beschwichtigungssignale mehr!

Was kann Stress auslösen?

  • Zu wenig Ruhezeiten. Der Hund schläft oder döst normalerweise die Mehrheit des Tages.
  • Keine Rückzugsmöglichkeiten
  • Schmerzen oder Krankheit
  • Alleinsein, Einsamkeit
  • Zu hohe Anforderungen, Unterforderung (körperliche und mentale)
  • Übermass an Bewegung (Mensch fährt Velo, Hund muss mitlaufen / Bällchen werfen)
  • Hunger oder Durst
  • Zu wenig Versäuberungsmöglichkeiten
  • Plötzliche Veränderung im Umfeld (Tod eines Tieres oder Menschen im gleichen Haushalt, Umzug, Umplatzierung)
  • Der Mensch ist unklar in Bezug auf seine Anforderungen
  • Der Mensch hat Stimmungsschwankungen oder es sind oft Streitereien in der Familie
  • Der Hund ist nicht mehr Hund – wird vermenschlicht
  • Ungewohnte Situationen wie Ausstellungen, Wettkämpfe, Tierarztbesuche, Hundefrisör
  • Nichtbeachtung der Beschwichtigungssignale
  • Bestrafung, unangebrachte Ausbildungsmethoden
  • Zu viele Hunde auf engem Raum (Hundeschule)
  • Zu raues oder zu wildes Spiel mit Artgenossen, anhaltendes Spiel mit Artgenossen, aber auch mit seinem Menschen
  • Lärm, Party, laute wilde Musik
  • Negative Erfahrung

Wenn man sich nun vorstellt, dass vielleicht am Morgen auf dem Spaziergang ein wildes Spiel mit einem Hund stattgefunden hat, man anschliessend zum Agilitytraining geht, am Nachmittag einen Tierarzttermin wahrnimmt und den Tag mit einem langen in zügigem Tempo gelaufenen Spaziergang abschliesst, kann man sich ausrechnen wie schnell der Cortisolspiegel bei dem betroffenen Hund ansteigen wird.

Höherer Stresspegel, Hund hat zu wenig Zeit zur Erholung
Nach den Ereignissen hat der Hund Zeit gehabt, diese zu verarbeiten

Im Artikel Stress – Symptome geht es um die Stresssignale und die Eskalationsstufen beim Stress.

Für glückliche Hunde

Michèle Roncaglioni

4 Kommentare zu“ Stress – Aufbau, Auslöser ”

  1. # 1 Ursula schreibt:

    Hallo liebe Michèle
    ja Grafiken sind immer sehr eindrücklich. Sagst du etwas, oder schreibst du etwas, glaubt dir kein Mensch. Doch zeigst du eine Kurve wird die Dramatik plötzlich erkannt. Schön dass du sämtliche Register ziehst für glückliche Hunde.
    Ich habe gerade heute wieder eine Beobachtung gemacht in meinem Rudel – es gibt einfach Momente, wo der Mensch klar eingreifen muss zum Wohle des Hundes. Eine meiner Hündinnen rannte richtiggehend in Ekstase durchs Gelände. Ich nahm alle anderen Hunde sofort ins Haus und stoppte dann die Hündin, die völlig ausser sich war mit einem Sack Gudelis, den ich verschlossen vor ihr auf den Boden stellte. Ich hielt die Hündin fest und sprach mit ihr und lief ruhig mit ihr hin und her, um sie mit dem Puls runterzubringen. Als sie sich beruhigt hatte, führte ich sie ins Haus und sie durfte Wasser trinken. Und viel später erhielt sie dann auch ein Leckerli.
    Das Ganze geschah wegen eines halbwüchsigen Mopedfahrers der irgendwas am Rad montiert hatte, das einen unheimlichen Lärm verursachte. Die Hündin geriet ausser sich vor Wut über diesen Lärm und rannte wie wild dem Zaun entlang. Leider war der Mensch uneinsichtig, hatte Freude an diesem Schauspiel und kehrte zweimal zurück und vergrösserte den Aeger und natürlich damit den Stress.
    Es zeigt mir einmal mehr, wie wichtig es ist, dass ich bei meinem Rudel bin im Garten. Es gibt einfach Situationen, die der Mensch bereinigen muss für den Hund und es hat fast ausnahmslos mit Stress zu tun.
    Danke liebe Michèle auch mir liegt dieses Thema sehr am Herzen für alle Tiere.
    Liebevolle Grüsse
    Ursula und die Fellnasen

    Michèle Antwort vom Februar 22nd, 2010 08:33:

    @Ursula,
    Liebe Ursula
    Einfach toll dein Kommentar, er zeigt genau auf, wie es sein sollte. Immer beobachten und den Hund aus schwierigen Situationen herausnehmen, das wäre die Aufgabe aller Hundehalter. Auch ein eigener Garten bietet nicht immer die Sicherheit, dass der Hund ruhig und entspannt sein kann, gerade Hunde, die Haus und Garten bewachen, (Wachhunde, Hütehunde) sind da in ständiger Anspannung/Aufmerksamkeit, was Hochaktivität bedeutet. Hundehalter sollten immer mit einem Auge bei ihrem Hund sein, ausser sie können sich ganz sicher sein, dass ihr Hund nicht das Bedürfnis zeigt, Haus und Garten zu bewachen, weil sein Mensch das für ihn übernommen hat :-) .
    Dass deine Hündin das Leckerchen erst bekommen hat, als sie sich bereits wieder beruhigt hat, war genau richtig. Du hättest ihr sonst noch ihre Angst/Aufregung bestätigt/gelobt.
    Einen grossen Knuddler an deine Fellnasen.
    Alles Liebe wünscht
    Michèle mit Enekoh Wakass und den A-Ladies

  2. # 2 Flüge schreibt:

    Es ist einfach wichtig, dass man auf bestimmte Signale achtet. Man muss sein Tier intensiv beobachten und entsprechend auf die Zeichen, die es einem sendet, reagieren. Ein Hund versteht die Welt nicht so wie wir. Er macht einfach das, worauf er Lust hat. Will er zum Beispiel dösen und Herchen möchte spielen, dann kann dies schon Stress verursachen. Es sind also schon Kleinigkeiten, die kritisch werden können. Deshalb sollte man sein Tier genau kennen, um es in seinem Biorhythmus nicht zu stören.
    Auch Reisen können bei Hunden großen Stress verursachen. Weiß man das von seinem Tier, ist großes Einfühlungsvermögen gefragt. Man muss mit dem Tier immer üben und es auf eine Reise oder einen Urlaub vorbereiten. Am besten täglich und Stück für Stück mit dem Hund im Auto fahren und die Fahrten immer länger werden lassen. Dann gewöhnt sich der Hund allmählich an die Situation und kann den Urlaub mit Herrchen genießen.
    Wenn jemand mit seinem Hund gar nicht zurecht kommt, empfiehlt es sich immer einen Experten aufzusuchen.

    Michèle Antwort vom Februar 24th, 2010 16:54:

    @Flüge, Hallo Flüge
    Herzlichen Dank für deinen Kommentar. Er zeigt wunderbar weitere Beispiele auf, was bei einem Hund Aufregung auslösen kann. Es gibt so viele davon und die Menschen sind sich oft gar nicht bewusst, dass sie ihren Liebling grad in seiner Ruhe stören oder etwas von ihm verlangen, was für Mensch zwar normal ist, für Hund aber eben überhaupt nicht.
    Alles Liebe wünscht dir
    Michèle mit Enekoh Wakass und den A-Ladies

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