Stress – Aufregung

Von: Michèle

Diese Seite wurde auf die Seiten der Hundeschule verlegt. Neue Artikel werden zukünftig hier publiziert

Stress heisst: Anspannung, Druck, Belastung

Stress, ein unschönes Thema. Wer hört schon gerne, dass sein Hund gestresst ist. Niemand möchte das hören oder kann sich vorstellen, dass dies bei seinem besten Freund der Fall ist.

Es ist aber gerade wichtig, dass dieses Thema viele Menschen erreicht, weil sich viele Hundebesitzer gar nicht bewusst sind, dass ihr Tier einen erhöhten Stresspegel hat oder noch schlimmer, bereits im chronischen Stress steckt. Bei einem sehr aktiven oder hyperaktiven Hund wird uns oft noch durch andere Menschen/Trainer vermittelt, man tue zuwenig mit Hund…

Mit meiner vierteiligen Dokumentationsreihe über den Stress möchte ich Menschen zu neuen Erkenntnissen verhelfen und Wissen verschaffen zum Wohle von Mensch und Hund.

 

Wenn wir den Stress beim Menschen betrachten, gibt es sowohl den negativen wie auch den positiven Stress. Ein bisschen Aufregung oder Stress schadet auch niemandem, wenn man sich danach wieder davon erholen kann. Gerät man aber nach einem stressigen Erlebnis, gleich in das nächste, baut sich alles auf und man kann dann am Abend bereits bei einer Kleinigkeit überreagieren. (z.B. die Kinder sind krank – Autopanne – Waschmaschine läuft über und dann kommt am Abend eine Frage wie: „Warum hast du vergessen mir Socken zu kaufen?“ da kann man schon mal die Nerven verlieren.)

Jedes Lebewesen braucht ein gewisses Mass an Stress, um überhaupt überleben zu können. (Beispiel: Jäger und Gejagter. Ein Raubtier erhöht bei der Jagd des Wildes seinen Stresspegel für Futter, das gejagte Wild erhöht seinen Stresspegel auf der Flucht zum Überleben). Solche Stresssituationen sind in der Regel sehr kurz und können somit auch leicht wieder abgebaut werden.

Es gibt positiven Stress (ein neuer Job oder ein Lottogewinn etc.) und negativen Stress (Schock/Unfall, Zeit/Termindruck, Krankheit, zu wenig Schlaf etc.). In beiden Fällen gibt es körperliche Reaktionen (erhöhten Herzschlag, schnelle Atmung, Schweissausbrüche etc.). Beim Menschen wird in solchen Situationen Adrenalin ausgeschüttet.

Sowohl der positive wie der negative Stress kommen genau so beim Hund vor. Bei ihm wird dabei Cortisol ausgeschüttet.

Bei einem aufregenden Ereignis baut sich beim Hund die maximale Cortisolausschüttung innerhalb von 15 Minuten auf. Um diesen Wert wieder abbauen zu können, braucht der Hund 2 bis 6 Tage, d.h. der Hund müsste in dieser Zeitspanne möglichst ruhig gehalten werden: nur kurze ruhige Spaziergänge, Nasen- oder Kopfarbeit sowie viel Ruhe und Schlaf.

Hat der Hund diese Ruhe nicht, baut sich das Cortisol beim nächsten Ereignis auf den bereits bestehenden Wert auf.

Man kann sich das bildlich mit einem Fass vorstellen, dass sich nie leeren kann und kontinuierlich gefüllt wird. Irgendeinmal läuft das Fass über. Beim Hund zeigen sich da die ersten Übersprungshandlungen.

(mit Klick auf Grafik kann eine vergrösserte PP-Seite angezeigt werden)

Der Hund hat oft nicht die Wahl, sich aus den Situationen herauszunehmen. Der Mensch bestimmt seinen Tagesablauf. Also liegt es am Menschen darauf zu achten (zu beaobachten), dass sein Hund ein ausgeglichenes Leben führen kann.

Wer einen Hund in seiner Obhut hat, hat die Verantwortung übernommen, ihn zu beobachten.

Im Artikel Stress – Aufbau, Auslöser zeige ich auf, was beim Hund Stress auslösen kann.

Für glückliche Hunde

Michèle Roncaglioni

3 Kommentare zu“ Stress – Aufregung ”

  1. # 1 RAINBOW schreibt:

    Liebe Michèle,

    in der heutigen schnelllebigen Zeit ist es enorm wichtig sich mit Stress näher zu beschäftigen. Ich hatte in der Firma die Möglichkeit einen Test am PC durchzuführen. Mit einem Sensor an der Fingerkuppe wurde der Hautleitwert und Temperatur gemessen – Kennwerte mit dem man Stress erfassen kann. In 4 Minuten wurde das Stresslevel erfasst, die Reaktion auf Stress und die Fähigkeit wieder zu entspannen.
    Gerade diese Fähigkeit wieder zu entspannen – dieses fällt immer mehr Menschen schwer und ich kann mir vorstellen, wenn Hunde mit solchen Menschen zusammen sind, dass Hunde dann auch gestresst sind.
    Ich fand es sehr anschaulich das als Grafik zu sehen, was Mensch sonst nicht wahr haben will.
    Und wenn wir das gefüllte Fass nicht zwischenzeitlich immer wieder mal leeren, dann läuft es eben ständig über und das kann nicht gut sein:

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel

    Liebe Grüße
    RAINBOW

    Michèle Antwort vom Februar 12th, 2010 17:25:

    @RAINBOW, Liebe RAINBOW
    Das ist ja das schöne bei Hund und Mensch. Ihr limbisches System funktioniert genau gleich, deshalb kann man die gesamte Gefühlswelt 1:1 auf beide Umsetzen. Der Unterschied von Mensch zu Hund ist nur der, dass der Mensch es in der Hand hätte etwas dagegen zu tun, der Hund meistens eben nicht.
    Gestresste Menschen haben in der Tat oft einen gestressten Hund, die beiden gehen dann Hand in Hand…
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
    Alles Liebe
    Michèle mit Enekoh Wakass und den A-Ladies

  2. # 2 Ursula schreibt:

    Hallo liebe Michèle
    zur Ruhe kommen können … eigentlich sollten wir mal per Experiment 100 Menschen in einen Raum einsperren. Die dürfen dann da nur sein, aber nicht reden, essen, trinken oder gar rauchen…
    Was für Bilder würde wohl die versteckte Kamera einfangen? Ich bin mir sicher purer Stress wäre das Resultat und vielleicht ein paar wenige, die mit einem Lächeln im Gesicht einfach da sitzen und warten könnten.
    Ruhe nervt viele Menschen.
    Uns nervt, wenn wir keine Ruhe haben ;-)
    Liebevolle Grüsse
    Ursula und die Fellnasen

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